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Bremerhaven-Ein Rundgang zu Fuß

Ich hatte mir den Wecker auf 8 Uhr gestellt. Warum wusste ich in dem

Moment als er läutete nicht wirklich. Nach 10 Minütigem Wachwerden,

beschloss ich dann doch aufzustehen, um den Tag zu beginnen. Heute

stand ein strammes Programm an, also hieß es erstmals Frühstücken.

Nachdem mein Kaffeewasser kochte und der Toast nach der Pfanne auch

zum Glück nach Toast aussah konnte es los gehen. Während dessen

durchstöberte ich ein wenig meinen Bordatlas , um schon einmal nach

dem nächsten Stellplatz Ausschau zu halten.

Danach ging es auch schon los. Die ersten 25 Minuten lagen nun vor mir.

Doch entlang  am Wasser und durch das Schiffsmuseum gingen diese wie im Flug vorbei.

Und dann sah ich es endlich. Der Grund für meine Fahrt nach

Bremerhaven. Das Klimahaus. Die Welt auf 5000 Quadratmetern. Nach

kurzem Anstehen und dem bezahlen des ermäßigten Betrag von 15,30

konnte die Reise beginnen.

Das Klimahaus

Man beginn den Rundgang mit einem Film, welcher von Kindern geführt wird. Man bekommt einen Einblick in die verschiedenen Länder und deren derzeitige Klimastruktur. Doch all dies mit in einemerschreckenden Beigeschmack. Man bekommt direkt vor Augen geführt, wie unserer Erde langsam aber sicher den derzeitigen Situationen nicht mehr standhaft bleiben kann. Und das ganze durch Kinderaugen. So startete die Reise mit 3 minütigem Informationsfluss, de einemdirekt zum Nachdenken anregt. Danach beginnt jedoch die tatsächliche Reise von Axel Werner. Axel Werner war ein Jahr lang samt Kamerateam unterwegs und zwar durchgehend auf dem Längengrad 8° 34 Minuten Ost. Man bekommt erneut einen kurzen Film zu sehen, der schon einmal einen kurzen Einblick auf die Familiengibt, die man gleich besuchen wird. Von der Schweiz über Niger bis hin zu der Antarktis ist alles dabei. Und dann öffnen sich endlich die Türen und die Zugfahrt beginnt.

Längengrad 8° 34 Minuten Ost
Längengrad 8° 34 Minuten Ost

Willkommen in der Schweiz. Alles ist Interaktiv gestaltet, sodass man z.B einen Berg besteigen kann oder unten auf der Weide beim Kuhmelken sein Können zu testen. Danach fliegt man eben mal schnellnach Sardinien. Doch nicht als Mensch, sondern als Insekt. Riesige Grashalme umgeben einen nun und plötzlich wirkt eine eben mal so hingeworfene Coladose ganz schön furchteinflößend. Außerdem bekommt man in drei verschiedenen Räumen einen Einblick über die Hitzeextremen in Sardinien und spürt am eigenen Körper, was hohe Luftfeuchtigkeit oder Windstärke 6 bedeutet. Dann wird es urplötzlich heiß. Und dazu auch ganz schön trocken. Wir befinden uns nun in Niger, die Wüste. Hier erfahren wir von Mariam wie es sich ohne fließend Wasser in der Dürrezeit (über)leben lässt. Doch selbst die besten Überlebenstipps kann man heute fast nicht mehr anwenden. „Ich sah Panther, Hyänen und Löwen. Zu dieser Zeit hatten wir viel Wasser, einen Fluss zischenden Dünen. Manchmal regnete es eine ganze Weile, bis zu eine Woche wenn wir Glück hatten. Dann wuchsen Pflanzen und Bäume. Viele Pflanzen! Nicht wie Jetzt! Nicht wie Heute! Jetzt gibt es gar nichts mehr! Jetzt sind die Bäume Tot. Die Landschaft ist leer.“-so beschreibt ihre Mutter die derzeitige Situation. Nachdem man einen Raum weiter geht, weiß man was sie meint. Ein riesiges Feld an nichts. In er Mitte ein Baum. Ein Baum, der vielleicht 5 Tropfen Wasser in seinem kurzen Dasein zu Gesicht bekommen hat.

Von diesem einen Extrem ging es dann ins totale Gegenteil. Die Tropenstanden an. Über eine Hängebrücke gelangt man nach Kamerun. Dort findet man für dort typische Pflanzen, sowie echte Fische aus Kamerun. Einen Raum weiter wurde dann eine Art Dorf mit Häusern aufgebaut und einen Tunnel durch den man den Regenwald bei Nachtdurchqueren kann. Nachdem man durch das tropische feuchte Klima durchaus aufgewärmt war, kam direkt die Abkühlung. Bei Minusgraden kann man sich seinen Weg durch das ewige Eis bahnen. Doch im nächsten Raum wird einem schnell deutlich gemacht, dass es wohl doch nicht mehr ganz so ewig ist. Die Forschungsergebnisse sind erschreckend und lassen einen auch hier wieder mit einem mulmigen Gefühl weitergehen.Dieses Gefühl wird aber sehr schnell wieder ausgetauscht durch ein Staunen. Nichts ahnend breitet sich vor einem ein Gang voller kleiner LEDs aus, welcher die Welt bei Nacht simulieren soll. Dort gab es einige Sitzmöglichkeiten die zum Verweilen einluden. Diese Einladung nahm ich dankend an und machte dort kurz Rast, damit sich meine Augen an das dunkle gewöhnen können und man so den „Sternenhimmel" noch besser genießen konnte. Dann wurde es wieder bunter. Wir betreten Samoa. Üppiges Grün und ein feuchtwarmes Klimaherrscht in den nächsten zwei Räumen. Man sieht ein für dort typisches Wohnhaus, eine samoanische Kirche, sowie einen Strand mit echten Rochen im Wasser. Diese erblickt man noch deutlicher sobald man die Treppen hinab steigt und sich der Unterwasserwelt widmet. Man sieht unzählige Fischarten, die alle in Korallenriffen leben würden. Würden deswegen, weil durch den Klimawandel ca. 58% der weltweiten Riff-Areale gefährdet sind. Das vorletzte Etappenziel führt uns nach Alaska. Dort bekommt man reichlich Informationen über die Jagdarten, sowie die Verschmelzung der traditionellen Lebensweisen der Yupiks mit dem „American Lifestyle". Als man auch diese Etappe hinter sich lässt, kommt man an die Nordsee. Genauer gesagt nach Langeneß. Dort kann man jede 10 Minuten die Gezeiten live mitverfolgen und erfährt vieles über die immer schlimmer werdenden Sturmfluten und wie sich die Menschen dort dagegen schützen.

Und dann hat man es auch schon geschafft. Nach knapp 1,3 Kilometern befindet man sich in der Wohnung von Axel Werner, der sich gerade unter der Dusche befindet. Man konnte sehen, was r alles mit hatte und bekam Einblicke in sein Reisetagebuch. Danach ging es eine Etage höher und der lehrende Abschnitt begann. Man erfuhr noch einmal über jeden Etappenabschnitt, wie sich der Klimawandel ausübt und was sich in den letzten Jahren verändert hat. Das dies ziemlich eindeutig ist, denke ich brauche ich nicht zu erwähnen. In einem weiteren Raum konnte man dann auch noch spielerisch einiges über die Umwelt erfahren und vor allem über bereits getroffene Maßnahmen und Personen , die sich aktiv für den Klimaschutz einsetzen.

Nach knapp 3 eineinhalb Stunden konnte mein Gehirn kein Wissen mehraufnehmen und ich entschloss die Eindrücke erst einmal sacken zulassen und mich Richtung Ausgang zu begeben. Mit einer Kugel Eisbewaffnet setzte ich mich an das Ufer, um über all das nochmal nachzudenken. Es ist echt erschrecken, wie die Bevölkerung mit dieser einen Erde umgeht. Vor allem wenn man bedenkt, wie lange die Menschheit schon existiert und erst in den letzten 200 Jahren sie es geschafft hat, die Erde so zu zerstören. Aber genug davon . Ich möchte hier keine Klimaschutzdiskussion führen, aber vielleicht konnte ich ja den ein oder anderen dazu bewegen sich auch einfach mal seine Gedanken darüber zu machen.

 

Bremerhaven und seine Ironie.

 

Nach der kurzen Stärkung sollte mein Rundgang durch Bremerhaven weitergehen. Ich setzte meinen Weg also Richtung Hafen fort. Gute 3,5 Kilometer lagen nun vor mir, die aber wirklich interessant waren. Der Weg führte am bekannten Willy-Brandt-Platz entlang, an dem auch der Zoo am Meer lag. Weiterging es über die ein oder andere Schleuse und auch ein paar "Bonzen-Wohnungen mit Blick aufs Meer konnte man bestaunen. Dann nährte man sich auch schon den ersten Containern. Wahnsinn wie groß die in Wirklichkeit sind. 500 Meter hieß es auf dem Schild bis zum Kreuzfahrtschiffsterminal. Und tatsächlich hinter der nächsten Ecke konnte man es sehen. Da Mein Schilf 5 von TUI. Über 2800 Menschenhatten darauf Platz und all die 2000 wollten jetzt einchecken. Echtabsurd. Natürlich ist es irgendwie gigantisch und auch ein wenig aufregend sich diese Riesen anzusehen. Und bestimmt ist so eine Kreuzfahrt wunderschön. Aber nachdem man erst gerade 3 eineinhalb Stunden gepredigt bekommen hat, wie schlecht es doch dieser Erde geht und man plötzlich vor so einer riesigen CO2- Drecksschleuder steht, weiß man nicht mehr wirklich wo oben oder unten ist. Entschuldigung für meine Ausdrucksweise und ja ich bin auch nicht die perfekte Vorzeige Umweltaktivistin. Aber wenn man sich vorstellt, dass jeden2. Tag allein in Bremerhaven über 2000 Menschen anreisen, nur um auf solch einer Umweltverschmutzung durch die Weltmeere zu fahren, dann kann man der Menschheit auch echt nicht mehr helfen. Mit diesen Worten belassen wir es nun und begeben uns wieder Richtung Innenstadt. Diese ist nicht wirklich erwähnenswert. Eine große Einkaufpassage, wie in jeder X-beliebign Stadt auch. Schön anzusehen ja, besonders nein. Trotzdem genoss ich es ein wenig durch die Läden zu schlendern und das ein oder andere Schnäppchen zu machen. Sommersale sei dank. Mit zwei Einkaufstüten machte ich mich dann aber auch wieder zurück zu meinem Stellplatz, denn ich war inzwischen 7 Stunden unterwegs. Dort angekommen verräumte ich alles, stellte mir Wasser für meinen Kaffee auf und genoss die Sonne auf meinem Liegestuhl.

Nach einer Stunde Kaffee und Keks Pause bekam ich plötzlich doch nochmal einen Energieschub und so machte ich mich gegen 18 Uhr nochmal zu einer kleinen Jogging und Workout Runde auf. Und ich musssagen, am Meer fühlt sich selbst der Sport wie Urlaub an. Danach ging es für mich nur noch unter die Dusche, kochte mir noch was leckeres zu Essen und nun sitze ich gemütlich mit Tee und Gummibärchen an meinem Blogeintrag und hoffe, dass gleich das Wlan vom Stellplatz mit spielt. Um den Tagzusammenzufassen, muss ich sagen ,dass er wirklich gelungen war. Mein Klimahaus hat mich nicht enttäuscht und meine Erwartungen echt noch übertroffen. Bremerhaven ist auch wirklich schön für einen Wochenendtrip, doch ich werde morgen weiterziehen, denn ich habe alles wichtig gesehen. Wo genau es mich hin verschlagen wird, weiß ich noch nicht genau, aber ich werde schon was finden. Also bis dahin.

Gute Nacht.

Bis auf 17 (Kneipentour) alles abgelaufen
Bis auf 17 (Kneipentour) alles abgelaufen

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