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Bienvenue en Normandie

Es war 1 Uhr, als ich von meinem Stellplatz in Belgien losgekommen bin. Ich hatte mir noch einen schönen Morgen auf dem Bauernhof gemacht und habe auch zum ersten Mal nach einer Runde Sport meine kleine Dusche eingeweiht. Nachdem diese auch wirklich funktionier hat, packte ich alles zusammen und machte mich auf den Weg nach Dunkerque/Frankreich. Ein kleiner Ort direkt am Meer. Da ich aber auf Stadt nicht wirklich Lust hatte, fuhr ich direkt einen Parkplatz am Meer an. 200 Meter musste ich dann noch gehen, bis ich direkt auf das Meer schaute. Eine toller Sandstrand lag vor mir und eine schöne Promenade führte entlang des Wassers. Ich beschloss ein wenig die Promenade entlang zu schlendern, bis ich dann bei einem Café stoppte, welches seine Tische im Sandaufgebaut hatte. Durch den Windschutz ließ es sich gut aushalten und so bestellte ich mir meinen Café douple und genoss die Sonne, die einen wirklich brutzeln ließ. Währendessen suchte ich mir auch meinen neuen Schlafplatz aus. Stella-Plage bei Cucq bietet einen kostenlosen Stellplatz an, der hinter den Dünen liegen soll. Klingt soweit ganz gut. Mit gutem Gewissen ging ich anschließend noch weiter ein wenig den Strand entlang, bis ich dann gegen 17 Uhr wieder zu meinem Auto zurück kehrte und los fuhr. Zuvor machte ich dennoch einen kurzen Stopp bei einer der vielen Toilettenwaagen. Nicht, um das WC zu benutzen, sondern um mein Frischwasser aufzufüllen. Mir ist nämlich auf dem Weg nach Dunkerque ein kleines bzw. eigentlich ein sehr großes Missgeschick passiert. Während der Fahrt ist mein Campingkocher gegen meinen Wasserhahn gekommen und so sind die gerade Frisch aufgefüllten 25Liter einfach in den Abwasserkanister geflossen. Und leider auch sonst gefühlt überall hin, aber aufregen hilft nichts. Daraus lernt man nur wieder, dass man auch in der schlimmste Situation einen Ausweg finden kann.

Vor meiner Ankunft stoppte ich aber noch in Calais. Ich brauchte dringend wieder frische Lebensmittel und etwas zum Abendesse. Also ab in den Carrefour. Wer noch nie in einem Carrefour war, stellt es sich einfach wie ein rieeeeeeesen Real vor. Wirklich riesig. Man bekommt alles. Von Obst und Gemüse, über frischen Fisch bis hin zu Klamotten und Elektrogeräten. Außerdem auch jede Menge glutenfreier Lebensmittel. So war schnell der Einkaufswaagen voll und es konnte weiter gehen. 

Stella-Plage bzw. Cucq liegt schon weiter Richtung Normandie an der westlichen Nordseeküste Frankreichs und etwa eine Stunde noch von Calais entfernt. Doch mit guter Musik geht auch diese Strecke vorbei und so führte mich Google Maps nach Cucq. Doch da zu der Zeit ein Zirkus auf meinem eigentlichen Weg lag, musste ich einen kleinen Umweg fahren. Das war mein riesen Glück. So fuhr ich nämlich eine Straße direkt an der Strandpromenade einen Berg hinauf, die mit einem Parkplatz endete. Ich hatte von diesem Parkplatz gelesen, jedoch leider nur negatives  von WoMobesitzern. Und zwar, dass sie in der Nacht von der Polizei weggeschickt worden sind. Da aber bereits ein Pösslbus auch dort stand, wagte ich es einfach und reihte mich hinter ihn. Ich stieg jedoch trotzdem erstmal aus und fragte die Besitzer des Busses, ob sie hier schlafen würden und schon Erfahrung mit dem Platz hier haben. Sie bejahten beides und so beschloss ich die Nacht hier zu verbringen und ich bereue es sowas von garnicht. Aber seht am besten selbst.

Als ich am Morgen mit Blick aufs Meer erwachte, konnte der Tag wirklich nur gut werden. Für meinen Frühstücksplatz fuhr ich dann aber doch noch ein Stückcen weiter Richtung Dünen, da der Parkplatz sich entzwischen mit Badegästen füllte und ich dort nicht wirklich mein Campingequipment auspacken wollte. So verschlug es mich nach Merlimont, wo man direkt bei den Dünen parken konnte. Dort holte ich also meinen Tisch, sowie Stuhl heraus und frühstückte gemütlich mit dem Rauschen des Meeres im Hintergrund. Einfach nur herrlich.

Als ich dann meinen Müll wegbringen wollte, stand ich vor einer Wanderkarte, welche 5 verschiedene Wanderrouten durch die Dünen anzeigte. Ich wusste nun was ich also heute machen werde. Direkt vor meinem Auto konnte man das Schild sehen, welches einen in Richtung des ersten Weges führte und so wanderte ich also die nächsten 4 Stunden durch die Gegend. Unter anderem führte einen der Weg eben durch Dünen, aber auch durch einen Wald kam man und später stand ich auch irgendwann mal mitten in Cucq. So lief ich dann auch eben schnell noch zum Touristenzentrum und mir ein paar Infos über die Gegend zu holen, sowie mir ein Souvenir zu kaufen. Außerdem machte bei einem Park halt, an dem ich vorbei kam, um den Trimm-FDich-Pfad auszuprobieren. Zwischendurch lief ich ein wenig verirrt durch die Dünen und bahnte mir meinen Weg durch Gestüpp im Wald, aber irgendwann war ich wieder am Strand und lief so an meinem Stellplatz vorbei in Richutng Merlimont. Und das direkt am Wasser. Ich glaube ich habe noch nie einen schöneren Wanderweg benutzt. Nach den 12 Kilometern war ich dann aber doch froh an meinem Auto angekommen zu sein. Inzwischen war es auch schon 5 Uhr und ich beschloss zu meinem nächsten Stellplatz in der Nähe von Rouen zu fahren. Eine etwas längere Fahrt lag nun vor mir. Doch nach knapp 2 Stunden kam ich auf dem einfachen kostenlosen Stellplatz von Montville an. Dieer liegt direkt aneinem Park mit See den ich einmal nach meinem Abendessen umrundete. Mit Netflix und Chips endete auch dieser Tag wieder, welcher meine 3. Woche einleitete.

Rouen-die Hauptstadt der Normandie

Ich fuhr gegen 12 Uhr los in Richtung Rouen. Zuvor hatte ich mich noch etws länger mit meinen französischen Nachbarn unterhalten, die mir noch ein paar Tipps für die Normandie, sowie vor allem für Rouen gaben. Unteranderem wo man kostenlosparken kann. So machte ich mich also auf dem Weg zu diesem Parkplatz und startete meinen Tag in Rouen. Auf dem Weg zum Office du Tourisme machte sich schon die erste Sehenswürdigkeit von Rouen bemerkbar. Die Kathedrale "Notre-Dame". Eine wirklich atemberauende Kirche, die nur leider an diesem Tag zu hatte. Mit einem Stadtplan bewaffnet begab ich mich dann durch die engen Gassen von Rouen. Diese große, kleine Stadt hat wirklich viele schöne Gebäude zu bieten. Neben dem riesigen Palais de Justice, über den Gros-Horloge, einer riesigen Uhr mitten in der Innenstadt von Rouen, welche neben der Uhrzeit auch die Mondphasen anzeigt und eines der ältesten Uhrwerke ganz Frankreichs besitzt ,bis hin zu der Sehenswürdigkeit überhaupt, dem alten Markt von Rouen. Gut, dass mag vielleicht ein wenig übertrieben sein, wenn man es gegenüber der Notre-Dame oder dem Museum der schönen Kunst stellt, jedoch hat dieser Marktplatz in historischer Sich eine sehr große Wichtigkeit. An diesem Platz, wo heute die Kirche Jeanne d’Arc steht, wurde Johanna von Orléans bei lebendigen Leibe verbrannt.

 

Kurzer Geschichtlicher Einwurf durch die Quelle Wikipedia: Während des Hundertjährigen Krieges verhalf sie bei Orléans den Truppen des Dauphins (Thronerben) zu einem Sieg über Engländer und Burgunder und geleitete anschließend Karl VII. von Frankreich zu seiner Krönung nach Reims. Nach der Niederlage der Franzosen in der Schlacht von Compiègne wurde Jeanne d’Arc am 23. Mai 1430 durch Johann II. von Luxemburg gefangen genommen, später an die Engländer ausgeliefert und schließlich in einem kirchlichen Verfahren des Bischofs von Beauvais, Pierre Cauchon, der pro-englisch eingestellt war, aufgrund verschiedener Anklagen verurteilt. Am 30. Mai 1431 wurde Jeanne d’Arc im Alter von 19 Jahren auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

 

Die Kirche wurde diesem Scheiterhaufen nachempfunden und bietet heute Anlaufstelle für viele Pilger. Generell ist ganz Rouen darauf aufgebaut. Duzende von Touristenattraktionen finden man heute zur Heiligen Johanna von Orléans. Selbst Gerichte und Gebäckarten wurden nach ihr benannt. Jedoch hat Rouen auch gerade für Kunst und Kulturliebhaber einiges zu bieten. Wie das eben schon genannte Museum der schönen Künste, eine besondere Metallaustellung in deiner Kirche, oder dem Naturkundemuseum. Das tolle an diesen Orten? Unter 26 kommt man überall kostenlos rein. Dies lies ich mir nicht nehmen und bildete mich ein wenig mit den Künsten von Rouen. Gerade die Fotoausstellung im Naturkundemuseum kann ich wirklich nur empfehlen. Bilder davon durfte ich leider aus rechtlichen Gründen nicht machen. Nach knapp 5 Stunden mit wirklich vielen Pausen in den Museen und diversen Parks, hat man dann auch schon alles gesehen. Rouen ist wirklich schön und lädt gerade dazu ein durch seine vielen Seitenstraßen zu schlendern. Auch jedes Shoppingherz wird hier aufblühen, da es hier viele typische französischen Boutiquen gibt, die aber alle nicht sehr teuer sind. Ich finde Rouen bietet die perfekte Mischung zwischen Kultur, Geschichte und Moderne. Der einzige Haken, der aber glaube ich für ganz Frankreich gältet: So gut wie alle Beschreibungen bei den Sehenswürdigkeiten sind allein nur auf Französisch. Einzig der Stadtplan kann man auf verschiedenen Sprachen erhalten. Aber darüber lässt es sich hinweg sehen. Für mich ging es nach diesem echt tollen Tag in Rouen eine Stunde weiter auf einen Bauernhof. Dort stand ich ganz alleine und konnte zum ersten Mal richtig ausschlafen, bevor es dann wieder gegen 14 Uhr weiter nach Étretat ging und ich meinen ersten richtigen Strandtag hatte. Ich freue mich sehr endlich in der Normandie zu sein und um so mehr auf die Orte wie Le Havre, Caen, den Ohama Beach und natürlich Le Mont-Saint-Michel.

Eindrücke

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