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D-Day- Der Anfang vom Ende

"Als ich zu mir kam, dachte ich nur: "Mensch, du lebst noch!" Mein Kopf war blutverschmiert, er lag in einer Schachtel mit geplatzten Glühbirnen. Aus meinem linken Auge quoll eine Flüssigkeit, ich glaubte, das Augenlicht verloren zu haben. Alles tat weh, mir war kalt, ich konnte mich nicht bewegen. Quer über mir hing ein Balken. Der Leutnant neben mir antwortete nicht, als ich ihn ansprach. Erst als ich ihn anstieß, zeigte er auf sein Ohr - Trommelfell geplatzt. Er brüllte: "Wir müssen hier raus!"

Dem Lichtschein entgegen robbten wir zum Eingang. Draußen war es taghell, aber nirgends fiel mehr ein Schuss. Rings umher nur eine ungeheuerliche Stille. Und dann: "Hands up!" Ein schwarzer Soldat richtete seine Pistole auf uns und zeigte Richtung Wasser. Zielsicher dirigierte er uns durch den minenfreien Weg, den eigentlich nur deutsche Truppen kannten.", so beschrieb Gotthard Neubert die letzten Minuten seines Einsatzes.

D-Day, Tag X, Jour J, es gibt viele Namen für diesen schrecklichen Tag, der jedoch dazu führte, dass der zweite Weltkrieg endete. Die Alliierten schafften es durch die Operation Overlord am 6. Juni 1944 an den Stränden der Normandie zu landen und somit Frankreich wieder zurück zu erobern.

14 Nationen waren an der Operation "Overlord" beteiligt. Insgesamt 155.892 alliierte Soldaten kämpften an den fünf Stränden der Normandie. In diesem Artikel möchte ich euch einen Überblick darüber beschaffen was sich genau dahinter versteckt, wie es dazu kam und was es heute für Auswirkungen auf die Normandie hat. Nur so viel schon einmal vorweg. wenn man sich als Deutscher mal richtig fehl am Platz fühlen möchte, einfach die Landungstrände besuchen und schön laut und deutlich machen woher man kommt und dabei durch die Museen zu laufen. Schräge Blick bekommt man kostenlos dazu. 

 

Tag X- Wie alles begann

Wir schreiben den 1. September 1939. Deutschland attackiert unter der Macht von Hitler Polen. Sie verloren zwar 10.000 Soldaten, jedoch gilt diese Schlacht als großer Sieg Deutschlands. Die Besetzung und Zerschlagung des polnischen Staates waren die Folgen. Polen war jedoch durch den Beistandsvertrag mit England und Frankreich verbunden. Inhalt war die Versicherung des Beistandes in jeglicher Form, sollte sich eine Situation ergeben, in der Polen zur militärischen Verteidigung seiner territorialen Unversehrtheit gezwungen wäre. So hatte Deutschland nicht nur Polen angegriffen, sondern gleichzeitig auch die späteren Alliierten. Die Folge war die Kriegserklärung beider Länder an Deutschland am 3.9.1939. Der zweite Weltkrieg hat soeben begonnen. Bis April 1940 herrschte jedoch eine mehr oder weniger funktionierende Ruhe. Es gab ein paar Angriffe hier und da, jedoch alles nicht von schwerer Bedeutung. Man spricht auch vom Sitzkrieg (im französischen Drole de Guerre/ der lustige Krieg), da den Alliierten zu der Zeit es einfach an Planung fehlte und man daher sich zunächst auf beiden Seite auf die passive Verteidigung, sowie eine lautstarken Propaganda des Militärs konzentrierte. Doch im Mai 1940 sollte sich das schlagartig ändern. Am 0.5.1940 begann der große Westfeldzug der Deutschen. Der lang verschobene "Plan Gelb" konnte beginnen. Man hatte als Ziel die Eroberung Frankreichs. Jedoch griff die Wehrmacht nicht direkt die französischen Grenze an, wie die Franzosen erwartet hatten. Der Angriff die wurde stattdessen über die neutralen Länder Belgien und Holland geplant, um die Maginot-Linie (starke Festung der Franzosen an der Grenze zu Deutschland) einfach zu umgehen. So wurde innerhalb weniger Tage Luxemburg, Niederlande (14.5) und Belgien (28.5) eingenommen. Paris erreichte man gerade einmal 17 tage später, am 14.6.1940. Der offizielle Waffenstillstand wurde der 25.6, welcher als Folge hatte, dass die Deutschen nun Nordfrankreich erobert hatten und Südfrankreich wurde zu Vichy-Frankreich, das mit Deutschland zusammenarbeitete. Zu dem nahm Deutschland weitere Städte ein, die als U-Boot Stützpunkte ernannt wurden, um den Angriff auf England vorzubereiten.

Um das ganze nun auf die Normandie zu lenken, hier der Einwurf zu Cherbourg. Cherbourg wird zum wichtigsten Hafen der Welt, zuerst durch die Einnahme Deutschlands am 19.6, sowie später nach der Befreiung. 

In der Zwischenzeit entstand am 18.6 der erste Aufruf zur Rebellion. Charles de Gaulle sendete über den englischen Radiosender BBC einen Aufruf an alle Soldaten, sowie diejenigen die sich mit dem Militär verbunden fühlen, der einen Aufstand gegen das dritte Reich beinhaltete. 2 Tage später wurde diese Rede auch in einigen französischen Magazinen gedruckt.


AN ALLE FRANZOSEN

Frankreich hat eine Schlacht verloren!

Aber Frankreich hat nicht den Krieg verloren!

Der Panik ergebene Gelegenheitsregierende konnten kapitulieren, ihre Ehre vergessen und das Land der Knechtschaft ausliefern. Dennoch, nichts ist verloren!

Nichts ist verloren, weil dieser Krieg ein Weltkrieg ist. Immense Kräfte des freien Universums sind noch nicht zum Tragen gekommen. Eines Tages werden diese Kräfte den Feind zerschlagen. Und dann, an diesem Tag, muss Frankreich beim Sieg dabei sein. Dann wird es seine Freiheit und seine Größe wiedererlangen. Dies ist mein Ziel, mein einziges Ziel!

Deshalb fordere ich alle Franzosen, wo immer sie sich befinden, dazu auf, sich mir anzuschließen im Kampf, im Opfergeist, in der Zuversicht.

Unser Land ist in Lebensgefahr.

Lasst uns gemeinsam kämpfen, um es zu retten.

ES LEBE FRANKREICH!

 

Wirkliche Auswirkungen hatte diese wichtige Rede Frankreich zwar nicht, jedoch führte sie dazu, dass die Franzosen sich bestärkt fühlten und weiter überlegte, wie sie weiter machen sollen.

Ganz im Gegensatz zu der Ausstrahlung der ersten beiden Zeilen von „Chanson d'Automne“, aus dem Gedicht „Herbstlied“ von Paul Verlaine, welche der Sender am 2.6.1944 ausstrahlen wird und die den Beginn des D-Days einläuten werden.

 

Ein weiterer Kriegzug

https://de.wikipedia.org/wiki/Dreimächtepakt#/media/Datei:1938_Naka_yoshi_sangoku.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Dreimächtepakt#/media/Datei:1938_Naka_yoshi_sangoku.jpg

Ab dem 11. Dezember 1941 waren auch die USA mit im Boot, nachdem Hitler ihnen den Krieg erklärte. Warum genau ist man sich nicht 100 prozentig sicher. Jedoch einen groben Überblick gebe ich euch.

Am 7. Dezember 1941 ist Japan mit dem Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg mit den Vereinigten Staaten getreten. Dadurch, dass Deutschland, Italien und Japan einen Dreimächtepakt geschlossen hatten, gilt dieser Krieg gleichzeitig als eine Art Angriff der USA auf Deutschland. Deutschland hatte bis dato eine weitgehend defensive Politik gegenüber den USA verübt, jedoch durch den Zusammenschluss der USA und Englands, um das dritte Reich zu stürzen und somit den Weltstatus auszumachen, schrieb der Staatssekretär nieder: „Man legt bei uns Wert darauf, dass die U.S.A. nicht uns, sondern wir ihnen den Kriegszustand erklären.“. So entstand ein erweiterter Zweifrontenkrieg. Churchill und Roosevelt konzentrierten sich nun zunächst auf Europa und ließen den pazifischen Ozean erst einmal links liegen. Da Hitler nun vermutete, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sich die zwei großen Mächte zu einem Angriff bereit machen, musste eine neue Verteidigungsstrategie her.

 

Der Atlantikwall

23.3.1942 startete Hitler das Projekt "Atlantikwall". Laut Propaganda sollte sie von Norwegen bis nach Spanien reichen und somit die Sicherheit Deutschlands gewähren. In Wahrheit war die Atlantikwall eine 2685 Kilometer lange Verteidigungslinie entlang der Küsten des Atlantiks, Ärmelkanals und der Nordsee, die viele Sicherheitslücken hatte. Dies bewies sich am 6. Juni, als sie den Angriffen der Alliierten gerade einmal einen Tag stand halten konnte. War eine erste Bresche geschlagen, konnte der Angreifer weit in alle Richtungen vorstoßen. Um dieses Riesenbauwerk in kürzester Zeiterbauen zu können, erlies man am 8. September 1942 den Befehl, die Bevölkerung der besetzten Gebiete zur Zwangsarbeit zu verpflichten.

Als jedoch Fritz Todt starb, der  Beauftragte der Operation Todt, und im November 1943 Generalfeldmarschall Erwin Rommel die Arbeiten am „Atlantikwall“ aufnahm, bemerkte man bereits die vielen Mängeln und man bezeichnete das ganze als alleiniges propagandistisches Konstrukt gilt, welches ein "riesen bluff" war. Man konzentrierte sich nun Mangels Arbeitskräfte, sowie Baumaterial nur noch auf die Strände und die Verbesserung der Verteidigungstiefe, in dem man z.B mehreren Reihen Tschechenigeln, Hemmbalken, von denen viele an den Spitzen mit Minen oder Sprenggranaten bestückt waren, und Stacheldrahtverhauen verbaute. Insgesamt arbeiten am „Atlantikwall“ in Frankreich ab November 1943 insgesamt 291.000 Mann, darunter u. a. 15.000 Deutsche und 85.000 Franzosen, teilweise bis zu 15 Stunden am Tag ohne wirkliche Nahrungszuvor. Dies sorgte dafür, dass sich immer wieder Sabotageakte abspielten. Zu dem versuchten die Alliierten durch Bombardements die Bauarbeiten zu unterbinden bzw. die Bauten zu zerstören. Trotzdem war die Wall bis zum Angriff der Alliierten weitestgehend fertiggestellt worden, doch nur leider an den falschen Stellen. Die Straße zu Dove galt als gutes Angriffsziel, daher wurde hier verstärkt die Geschütze aufgefahren. Dies war jedoch nur ein Täuschungsmanöver durch die Geisterarmee de USA. Das ganze hatte als Ziel, dass die Strände der westlicheren Normandie weitestgehend nicht mehr ausgebaut wurden und es somit den Alliierten leichter fallen soll.

Die großen Drei

Der sowjetische Diktator Stalin, US-Präsident Roosevelt und der britische Premierminister Churchill auf der Konferenz von Teheran 1943.
Der sowjetische Diktator Stalin, US-Präsident Roosevelt und der britische Premierminister Churchill auf der Konferenz von Teheran 1943.

Am 28. November 1943 war es soweit. Die drei großen Herrscher trafen sich, um den Angriff auf Deutschland zu planen, sowie zu besprechen was mit Deutschland nach dem Krieg passieren soll.  Die Zentrale Botschaft der Konferenz von Teheran : Deutschland sollte nach dem Krieg zerschlagen und aufgeteilt werden. In welcher Form, das wurde auf den Folgekonferenzen der Alliierten in Jalta und Potsdam beschlossen. Zu dem errichte Stalin sein Ziel. Im Frühjahr 1944 sollten Alliierte Truppen in der Normandie landen, um dort eine neue Front zu eröffnen und damit die Rote Armee zu entlasten. Operation Overlord war geboren. Zu vor wurde bereits im August 1943 auf der Quadrant-Konferenz in Quebec die endgültige Entscheidung darüber getroffen. jedoch nur durch Roosevel und Churchill. Es wurde beschlossen, nicht am Pas-de-Calais zu landen, sondern in der Normandie, was die Deutschen der militärischen Logik zufolge nicht erwarten würden. Dies kommt daher, dass der Weg und somit die Verschiffungszeit um einiges kürzer wäre. Doch dort war die Atlanikwall um einiges fortgeschrittener und so blieb man bei dem Favoriten, der Normandie. Es wurden insgesamt 5 Strände ausgesucht, welche die Codenamen Sword Beach, Juno Beach, Gold Beach, Omaha Beach und Utah Beach tragen. Nun ging es an die Planung. Verschiedene Operationen wurden gegründet, die dem Training und der Vorbereitung gelten sollen.

 

Die Planung umfasste im wesentlichen folgende Operationen:

  • Exercise Tiger – Trainingsoperation für die beteiligten See- und Landtruppen, zur Landung am Strandabschnitt Utah Beach unter Admiral Don P. Moon, daran beteiligten sich insgesamt 2 Millionen Soldaten die in Südengland trainierte und sich auf den Tag X vorbereiten.
  • Operation Neptune – Sturmangriff auf die Befestigungen in der Normandie und die Etablierung eines Brückenkopfes inklusive der Errichtung zweier Nachschubhäfen (Mulberry-Hafen). Dadurch wurden beriets im Januar Übungsmanöver auf die Normandie verübt. Die Operation wurde in viele weitere kleine Operationen aufgeteilt, um die deutsche Abwehr zu verwirren
  • Vorrücken der Truppen auf Paris mit dem Ziel die Stadt zu befreien
  • Befreiung ganz Frankreichs
  • Erringung der Luftherrschaft über die Normandie und später über das komplette Frankreich
  • Planung einer strategischen Bombardierung deutscher Ziele auf deutschem Boden

Insgesamt wurden 5 Sturmdivisionen, 3 Luftlandedivisionen, tausende Flugzeuge, sowie 4500 Schiffe bereitmacht. Der eigentliche Tag sollte der 5. Juni werden, doch wetterbedingt verlegte man ihn auf den 6. Juni 1944. 

 

 

Es geht los- Tag X beginnt

00:00 Südengland, 1200 Transportmaschinen heben ab und fliegen Richtung Süden.

00:18 Caen, britische Fallschirmjäger springen nördlich der Stadt ab. Sie sind die ersten alliierten Soldaten, die am 6. Juni 1944 auf französischem Boden landen. Ihre Aufgabe: die strategisch wichtige Orne-Brücke erobern und halten.

00:20 Caen, gerade einmal 2 Minuten später nach der Landung der 6. Luftlandedivision wurde die Brücke von den 80 Männern eingenommen. Ein dutzend Deutsche Soldaten starben.

00:48 Saint-Mère-Église, das erste Scheitern. US-Fallschirmspringer von der 101. Airborne Division landen in der Normandie. Jedoch treibt sie der Wind ab, sodass sie verstreut in der dunklen Nacht landen.

1:30 Merville, die ersten größeren Verluste. Lieutenant Commander Terence Otway sammelt die Männer seines 9. Britischen Fallschirmjägerbataillons. Nur 60 der 650 Männer schaffen es wie geplant zum Sammelpunkt.

2:15 Le Mans, die Deutschen haben von den Angriffen mitbekommen, betrachten es aber noch eher skeptisch.

2:40 Paris, General Günther Blumentritt, der Stabschef von Rundstedts, teilt General Major Max Pemsel mit: „Nach Ansicht OB West handelt es sich nicht um Großaktion.“ Trotzdem schicken sie Truppen an die Strände.

4:25 Merville, 155 britische Fallschirmjäger beginnen den Sturm auf die Batterie Merville. Der erste richtige Kampf beginnt.

4:40 Zossen bei Berlin, niemand hält es für nötig wichtige Offiziere zu wecken. Auch nicht nachdem 5 Minuten zuvor Saint-Mère-Église eingenommen wurden ist.

4:55 Merville, die erste Batterie wurde eingenommen. 175 Tote und verletzte liegen um den Bunker herum. Von den 155 Angreifern sind nur noch 80 kampffähig.

5:00 Ohama-/Utahbeach, die ersten Schiffe machen sich auf, um ihre Mission zu beginnen. Doch viele leideten durch die bis zu 2 Meter hohen Wellen unter Seekrankheit. Dies führte dazu, das man schon von Beginn an nicht zu 100% kämpfte.

5:25 Utah-Beach, die Morgendämmerung hat begonnen. Das Zeichen für die 269 Mittelstreckenbomber der 9. US-Luftflotte über Utah Beach ihre Aufgabe zu erfüllen. Insgesamt 4404 Stück 114-kg-Bomben abzuwerfen.

5:30 vor der Küste Normandie, 28 britische, kanadische und amerikanische Kreuzer und Schlachtschiffe starteten ein Trommelfeuer auf die deutschen Stellungen in den fünf Landezonen. Außerdem stoßen 56 Zerstörer bis nahe an die Küste vor. Ihre Aufgabe liegt vor allem darin die Lage zu melden, sowie kleinere Ziele direkt zu bombardieren.

5:40 Ohama-Beach, die nächsten 15 Minuten führen zu schweren Einbüßen der Alliierten. Durch das Umschlagen des Wetters müssen mehrere Luftangreifer vollbeladen wieder umkehren, da sie ihr Ziel nicht sehen konnten. Außerdem verloren sie 27 Panzerlandungsschiffe, die Mitsamt der Besatzung und den Panzer unter gingen. Nur 2 schafften es an die Landungsstrände.

6:25 Berchtesgaden, Generaloberst Alfred Jodl erwacht und stoppt direkt die Divisionen, welche Generalfeldmarschall von Rundstedt ohne Genehmigung Richtung Normandie setzte. Ein schwerer Fehler.

6:31 Ohama-Beach, die ersten Truppen gelangen an Land. Ihnen gegenüber stehen knapp 500 deutsche Soldaten in anderthalb Dutzend schwer befestigten Widerstandsnestern, außerdem noch einmal so viele Männer in rückwärtigen Stellungen.

6.32 Utah-Beach, hier sieht es ein wenig besser aus. Nur knapp 100 deutsche Soldaten bieten hier Gegenwehr. Durch die 28 Schwimmpanzer kommen die US-Soldaten schnell voran.

6:40 Ohama-Beach, die ersten Tote an den Landungsstränden. Insgesamt 96%  der A-Kompanie des 116. Infanterieregiments, das den westlichen Teil des Strandes besetzen soll.

7:30 Saint-Mère-Église, der erste deutsche Gegenangriff beginnt. Ein harter Kampf fordert auch hier mehrere Tote, trotz der zu vorherigen Einnahme der Stadt.

7:40 Ohama-Beach, Die US-Truppen sind am Strand steckengeblieben und liegen unter Dauerfeuer mehrerer Widerstandsnester. Hunderte Männer sterben. Die Kriegsschiffe können nicht eingreifen, weil ihre Geschütze nicht exakt genug schießen können, um nur die deutschen Stellungen zu treffen statt die eigenen Truppen.

8:45 Le Mans, zum ersten Mal erfährt die deutsche 7. Armee wo tatsächlich überall Truppen der Alliierten angreifen. Zum einen östlich von Bayeaux, wo man inzwischen weitgehend den Widerstand nieder gekämpft hatte.

9:30 Utah-Beach,  drei der vier Strandausgänge sind gesichert. Nachrückende Truppen der 4. US-Infanteriedivision erkunden vorsichtig das Gelände hinter den Dünen.

9:55 vor der Küste der Normandie, nachdem bereits feststand, dass es beim Ohama-Beach sehr stark nach einer Niederlage aussah, beschloss man auf dem Schlachtschiff "Uss Texas", dass es so nicht weiter gehen konnte und man eröffnet das Feuer auf die deutsche Stellung. Dies führte zu deren Flucht ins Innere. Früher konnte man dieses Kommando jedoch nicht ausführen, da man durch den zuvor herrschenden Nebel nicht weitgenug sehen konnte und man ansonsten eigene Truppen hätte treffen können.

10.05 Ulm, jetzt wird auch den deutschen klar, dass es die erahnte große Invasion ist. Erwin Rommel setzt die 21. Panzerdivision zwischen Caen und der Küste.

12:00 Ohama-Beach, Am Ohama-Beach haben die Soldaten der 1. US-Infanteriedivision vier Brückenköpfe auf den Dünen erkämpft. Alle vier eigentlich vorgesehenen Wege ins Landesinnere aber liegen weiterhin unter schwerem deutschen Feuer. Generell sieht hier die Lage eher schlecht aus, sodass eine halbe Stunde später die ersten Truppen zurückgezogen werden.

13:04 Caen, inzwischen sind die Truppen vom Utah-Beach in Caen angekommen, um die dort kämpfenden Fallschirmspringer zu unterstützen.

14:30 Ohama-Beach, fast alle deutschen Widerstandsnester wurden inzwischen erobert. Nur der Posten 62 kämpft noch weiter. Mehr als 10.000 Schuss MG-Munition wurde von deutscher Seite abgeschossen, welche über hunderte amerikanische Soldaten töteten.

15:30 Ohama-Beach, eine Stunde später wurde doch auch dieses eingenommen.

16:00 Normandie, fast geschafft. Inzwischen sind alle 5 Strände gesichert. Auf einer Breite von insgesamt etwa 50 Kilometern sind alliierte Truppen zwischen einem und fünf Kilometern ins Landesinnere vorgestoßen. Die eigentlichen tagesziele wurden aber nicht erreicht.

18:00 London, General Charles de Gaulle gibt per Radio bekannt, dass die alliierte Invasion ist gelungen sei, aber jetzt beginnt die Schlacht um die Normandie. Die Entscheidungsschlacht hat begonnen.

Zahlen und Fakten

eine kleie zusammenfassung

  • "D-Day" ist die im Englischen verwendete Bezeichnung für den Beginn einer größeren militärischen Operation mit genau geplantem Ablauf. Das "D" wird in einigen Quellen als "Decision", in anderen aber auch als "Day" übersetzt. Der Begriff wurde schon vor der Invasion in der Normandie verwendet, bekannt wurde er aber erst am 6. Juni 1944.
  • Deckname der Operation war "Overlord". Auch die Landungsstrände erhielten militärische Tarnbezeichnungen: Utah, Omaha, Gold, Sword und Juno.
  • 14 Nationen waren an der Operation "Overlord" beteiligt. Insgesamt 155.892 alliierte Soldaten kämpften an den fünf Stränden der Normandie.
  • Bis Ende Juli 1944 werden es 1,5 Millionen alliierte Soldaten sein, die in der Normandie landen und gegen eine halbe Million deutsche Soldaten kämpfen.
  • Auch viele deutsche Juden, die der Verfolgung in Deutschland entkommen waren, kämpften Seite an Seite mit den Alliierten in der 10. Kommando-Einheit.
  • Hitler verschlief den Beginn der Invasion. Man wollte ihm erst nach seinem Frühstück davon berichten.
  • Die Verluste der Alliierten beliefen sich auf insgesamt  53.700 Gefallene, Verwundete und Gefangene. 18.000 werden vermisst.
  • 200.000 Deutsche verloren im Laufe der Operation "Overlord" ihr Leben. 70.000 von ihren Verbündeten.

 

Wie ging es nun weiter?

Nachdem die alliierten Truppen am 6. Juni 1944  den ersten Schritt gewonnen hatten, stießen britische und amerikanische Truppen immer weiter Richtung Westen und vor allem auch Richtung Paris vor. Paris hatte zwar militärstrategisch eine geringe Bedeutung, aber dafür eine wichtige politische.

Die alliierten Truppen kämpften sich seit Juni 1944 weiter vor und wurden hierbei auch von der französischen Résistance, der französischen Widerstandsgruppe, unterstützt.

So wurde Paris am 25. August 1944 von der deutschen Besatzung befreit. Der kommandierende General entschied sich gegen Hitlers Anweisung für eine Kapitulation, sodass die europäische Kulturstadt nicht zerstört wurde.

Zuvor wurde aber die eigentlich wichtigere Mission ausgeführt. Die Rückeroberung Cherbourgs. Das Problem war jedoch, dass die Stadt zu einer Art Festung umfunktioniert worden ist. Hitler ernannte im Januar 1944 die wichtigsten Hafenstädte im Westen zu 'Festungen'. Die Verteidigungsanlagen bestanden aus diversen Bunkern, betonierten MG-, Granatwerfer- und Artilleriestellungen. Dies erschwerte die Ganze Sache enorm. Trotzdem schaffen die Alliierten 14 Tage nach dem D-Day bis zum äußeren Verteidigungsring vorzudringen. Doch statt sich zu ergeben, gibt Genral von Schlieben den Befehl die komplette Stadt und den Hafen zu zerstören. Doch gerade einmal 6 tage später am 26.6.1944 ergeben sich von Schlieben und Admiral Hennecke, nach dem die große Schlachten auf, sowie unter Wasser verloren hatten.  Am 27. Juni bejubeln tausende Cherbourger Bürger die vor dem Rathaus versammelten Siegergeneräle. Doch einen riesen Haken gab es. Der Hafen befand sich in einem kathastrophalen Zustand. Nicht nur, dass er vollkommen zerstört war. Die Hafenbecken sind mit Minen und Schiffswracks angefüllt, die Schienen sind herausgerissen, die Kräne umgestürzt, die Kais sind mit Fallen gespickt, die Drehbrücke wurde sabotiert. So begann im Juli der Wiederaufbau. Kriegsgefangene, sowie Bürger mussten 16  Stunden an 7 Tagen die Woche hart arbeiteten, um den Hafen zu dem wichtigsten Europas zu machen. Bereits 3 Monate später war er wieder in seinem alten Zustand, sodass am 12.9 das erste Schiff anlegen konnte. Eine Art schwimmendes Krankenhaus, welches die vielen Kriegsverletzten, sowie auch der Zivilisation helfen sollte.

Der Tag X war somit der Beginn des Wiederaufbaues Europas. Die Alliierten kämpften sich immer weiter und drängten so die deutsche Wehrmacht sich zu ergeben. Am 8. Mai 1945 endete so der zweite Weltkrieg in Deutschland und am 2. September endete er endgültig mit der Kapitulation Japans.

Ich hoffe euch hat diese Zusammenfassung gefallen. Falls noch etwas unklar ist oder allgemein noch Fragen bestehen, könnt ihr das gerne in den Kommentaren da lassen. 

 

Der Tourismus, sowie noch ein paar Worte von mir

Jedes Jahr besuchen rund 5 Millionen Menschen die Gedenkstätten an den D-Day in der Normandie. Die Strände, an denen die Alliierten am 6. Juni 1944 gelandet sind, sind ebenso Touristenmagneten wie die Soldatenfriedhöfe oder die Museen. Dies ist mir besonders aufgefallen. Es war egal zu welcher Uhrzeit oder welchem Wochentag immer Massen an Menschen vertreten. Selbst an eher weniger wichtigeren orten wie Longue-sur-Mer oder Arromanches les Bains. Doch wie schon zu Beginn erwähnt zählen zu diesen Massen kaum Deutsche. Gerade einmal 11 Prozent waren 2017 waren aus Deutschland. Die größte Gruppe kommt aus England dicht gefolgt von den Niederlanden. Lange hat man sich deswegen auch nur an alliierte Besucher gewandt - jetzt würden die Deutschen mit einbezogen werden. Dies kann ich leider nicht ganz nachvollziehen. Ist es nicht gerade wichtig auch die Seite der deutschen Neutral mit einzubringen? Natürlich ist dieser Tag kein Höhepunkt Deutschlands, jedoch darf man nicht vergessen, dass an diesem Tag nicht nur Amerikaner und Briten verstorben sind. Bis zu 200.000 Deutsche sind ab Juni verstorben und das ganz sicher nicht, weil sie Spaß daran hatten. So wird es nämlich leider des Öfteren dargestellt. Als würden die Deutschen damals das ganze ins lächerliche gezogen haben. Es nicht ernst nehmen, was passiert ist. Doch heutzutage würd ich es genau andersherum sehen. An den Landungsstränden, an denen mehrere hundert Tausend Soldaten ihr Leben verloren haben, kann man nun D-Day Camembert oder D-Day Bier ersteigern. Zu dem hat jeder Strand, jedes Dorf sein Museum oder seine Gedenkstätte. Souvenirs aller Art werden verkauft. Im Laden am Juno-Beach laufen kleine Gläser am besten, mit denen sich Sand mit nach Hause nehmen lässt, obwohl das eigentlich verboten ist. 
Die meistbesuchten Orte bleiben die Soldatenfriedhöfe. Der amerikanische in Colleville-sur-Mer mit seinen 9.300 weißen Kreuzen direkt über der Bucht von Omaha Beach zieht jedes Jahr ein bis zwei Millionen Besucher an. Den deutschen Friedhof in La Cambe besuchten 2017 450.000 Menschen. Mehr als 50 Museen und Gedenkstätten liegen entlang der Strände, viele getragen von privaten Vereinigungen. Daran hängen jährlich über 200 Millionen Euro Einnahmen und mehr als 3.000 Jobs.

Doch nicht desto trotz sieht man immer wieder wirklich Touristen mit Tränen in den Augen. Sie gehen mit Respekt an die Sache heran und erinnern sich gerne daran zurück, was sie den Soldaten zu verdanken haben. Ich muss auch sagen, das Gefühl, wenn man zwischen den ganzen Kreuzen steht, ist wirklich unbeschreiblich. Man kommt wirklich zum Nachdenken. An sich ist es gut, dass es noch heute nach 75 Jahren immer noch so viele Personen gibt, die das Geschehene nicht vergessen wollen. Doch mit Käse oder Militäroutfits für Kinder muss man es nicht ins lächerliche ziehen. Doch das ist nur meine Meinung und jeder kann darüber denken wie er möchte. Ich fand es einfach nur  erstaunlich und erschrecken zu gleich die ganzen Gedenkstätten und Museen zu besuchen. Lernen konnte ich daraus auf jeden Fall und verstehen kann ich jetzt leider auch besser, warum Deutschland und Frankreich nie die beste Beziehung hatten.

Quellen: Utahbeach-Museun, Ohamabeach-Museum, https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article128784009/So-verlief-die-alliierte-Invasion-in-der-Normandie.html, https://www.dw.com/de/zahlen-und-fakten-der-landung/a-1224409,

http://www.dday.org/, http://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Normandy, http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Neptune, http://www.der-zweite-weltkrieg.com/westfeldzug.shtml, https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantikwall

https://fr.wikipedia.org/wiki/Appel_du_18_Juin, https://liberationroute.de/great-britain/stories/p/preparations-for-d-day-sl200

https://www.welt.de/wirtschaft/article128814405/Gestern-Kriegsschauplatz-heute-Touri-Hochburg.html

https://www.welt.de/print-welt/article318411/Die-Tage-nach-D-Day.html

https://www.bild.de/news/ausland/d-day/44-fakten-zum-d-day-invasion-der-alliierten-normandie-36264996.bild.html

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