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La Manche, le Mont-Saint-Michel und ein bisschen Bretagne

La Manche ist das 50. Departement in Frankreich und liegt direkt am Ärmelkanal, nach dem es auch benannt worden ist. In diesem Departement führte meine Normandiereise zu ihrem Ende. Doch wie heißt es so schön. Last but not least. Denn La Manche hatte einiges zu bieten. Neben dem Utahbeach und Cherbourg, die durch den D-Day bekannt sind, befindet sich im Süden des Departements die mit 3,5 Millionen meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Normandie. Le Mont-Saint-Michel.

Doch zurück zum Osten. Nach meiner D-Day Erfahrung, ließ ich das ganze nun hinter mir und fuhr vom Utah-Beach weiter Richtung Norden nach Barfleur. Genauer gesagt zu dessen Leuchtturm. Dort verbrachte ich einen Atemberaubenden Nachmittag, sowie auch eine Nacht, die mich durch den starken Küstenwind ganz schön durchrüttelte. Doch mein Caddy hielt dem ganzen trotzdem stand und so erwachte ich mal wieder mit Meerblick und Sonne. Daran könnte ich mich echt gewöhnen. Nach einem schönen Frühstück an der Steinküste, besuchte ich für eine Stunde Barfleur, da es zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Naja, ob ich das bestätigen würde, sei mal dahin gestellt. Der Hafen ist ganz süß und die Gemälde in der kleinen Kirche sind wirklich wunderschön, aber das wars dann auch schon. So nutze ich dann nur kurz das Wlan des Touristencenters, um zu schauen, was ich denn heute noch so machen könnte. Ich entschloss mich für eine Wanderung in Fermanvile und fuhr  sogleich auch los. Dort befindet sich das Cap Levi. Eine wunderschöne Küste mit einem weiteren Leuchtturm, den man auf der Hälfte der Strecke erblicken kann. So wanderte ich durch Dünen, Dörfer und kleine Buchten und bekam Neben bei immer noch die ein oder andere wilde Brombeere ab. Nach guten 70 Minuten war ich aber auch schon wieder zurück und fuhr dann weiter zu meinem nächsten Ziel Cherbourg. Auf dem Weg dorthin fuhr ich noch bei einem größeren Industriegebiet in Tourlaville  vorbei, indem ich erstens eine kostenlose Ent- und Versorgungsstation fand. Und einen super geniale Hypermarkt namens E.Leclerc. Genauso gigantisch wie Carrefour nur mit noch mehr glutenfreien Lebensmitteln und billigerem Wasser. Perfekt für die nächsten Tage ausgestattet fuhr ich nun endlich zu meinem Parkplatz am Cité de la Mer in Cherbourg, wo ich insgesamt 2 Nächte verbrachte. Von Cherbourg habe ich bis auf den Hafen, den Marktplatz, das Einkaufszentrum und die Ausstellung  zum D-Day nicht wirklich viel gesehen. Ich weiß persönlich nicht warum ich keine Lust auf Sightseeing hatte, aber irgendwie konnte mich diese Stadt nicht beeindrucken. So  hatte ich eigentlich en ganzen Tag nur mit den Vorbereitungen meines vorherigen Artikels verbracht, sowie ein bisschen Frustshoppen, nachdem ich merkte, dass dieser Artikel über den D-Day doch länger brauchen wird, als ich gedacht hatte. 

28.8-30.8

Barfleur, Fermanville und Cherbourg

Nach einer zweiten ruhigen Nacht in Cherbourg hatte ich wieder genug von Stadt und fuhr zu einemkleinen Badeort, um dort auf den niedrigen Klippen zu frühstücken. Dieser Platz lag auf meiner Strecke zu meinem nächsten Wanderziel. Barneville-Carteret. Dort befand sich eine 11 Kilometer lange Wanderung die entlang des Cap de Cateret, sowie durch die Dünen führte. Die Wanderung war schon eindeutig anspruchsvoller als die zu vorherige. Des Öfteren musste ich mich an irgendwelchen Ästen oder Stein festhalten, um nicht von den steilen Wegen abzurutschen. Toll war sie trotzdem und den Blick den man aufs Meer oder die Natur hatte war einfach genial. Der Wettergott war auch auf meiner Seite. Nach etwa halber Strecke zog sich der Himmel zu. Doch der Regen machte so lange Pause, bis ich keine 2 Minuten wieder im Auto sahs und dann sein bestes gab. Das konnte mir dann aber auf der einstündigen Fahrt nach Pirou, Genosses. Dort verbrachte ich leider ungewollt 2 Nächte. Warum ungewollt? Nachdem ich einen echt schönen Abend hatte und am nächsten morgen sogar einen Trockner gefunden hatte, der meine frisch gewaschene Wäsche auch wirklich trocken bekommen hat, wollte ich gegen 15 Uhr los nach Mortain fahren. Doch sobald ich den Schlüssel umdrehte passierte.... NIX. Nur ein klacken und das Aufblinken von so gut jedem Warnsignal plus Airbagfehler  passierte in den nächsten Sekunden. Nach hin und her telefonieren mit meinen Eltern plus ADAC und herum googeln, ob s am Anlasser oder an der Batterie lag, kam letztendlich mein "Nachbar" zu mir und fragte, ob ich Hilfe benötigte. Genau in diesem Moment kamen noch 3 andere Männer vorbei und so stand Jasmin neben ihrem Caddy umgeben von 4 französischen Männern die alle skeptisch auf den Motor schauen ein Bild für die Götter. Ich hätte bestimmt auch gelacht, hätte ich in diesem Moment nicht gerade mit allen möglichen bösen Gedanken zu kämpfen. Ich meine im schlimmsten Fall wäre wirklich etwas mit der Mechanik gewesen (wegen des Airbagfehlers), ich hätte in die Werkstatt gemusst und dann wäre sehr wahrscheinlich meine Reise vorbei gewesen. Denn ihr glaubt wohl selbst nicht, dass man mir, einer jungen Frau, allein in einem fremden Land, keine Ahnung von Autos, einen fairen und günstigen Preis angeboten hätte. Doch ich verband diesen Gedanken ganz schnell, denn einer der 4 Männer meinte wir sollen es einfach mal mit Fremdstarten versuchen. Gesagt getan holte ich mein Starterkabel und es funktionierte. Nach 20 Kilometern Fahrt, bog ich dann wieder auf den Campingplatz ein, freudestrahlen und hatte mich nochmal herzlichst bedankt. Ich brauchte also keinen ADAC und auch keine böse, mich ausbeutende Werkstatt, sondern konnte am nächsten Morgen, nach Fertigstellung des Blogeintrages gegen 13 Uhr nach Mortain aufbrechen, um den größten Wasserfall Frankreichs zu bewandern. Die Wanderung war wirklich schön, jedoch so berauschend ist der Wasserfall nicht wirklich. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass diese der größte Frankreichs sein soll. Nicht desto trotz ging so der Nachmittag recht schnell vorbei und ich fuhr Richtung meines letzten Ziel der Normandie. Dem UNESCO- Weltkulturerbe, dem Mont-Saint-Michel.

31.8-2.9

Barneville-Carteret und Mortain

Le Mont-Saint-Michel ist eine 55.000 Quadratmeter große Insel im Wattenmeer. Darauf befindet sich heute neben dem berühmten Kloster und vereinzelnden Kapellen und Türmen gefühlte Hundert Souvenirshops und Restaurants für die insgesamt 3,6 Millionen Besucher die jährlich aus aller Welt anreisen. Selbst an einem Dienstag, an dem zumindest Frankreich keine Ferien hatte, strömten bestimmt tausend Menschen über die Brücke, die einen trocken zum Mont-Saint-Michel bringt. Trotzdem bin ich froh dort gewesen zu sein. Natürlich ist es nicht gerade schön mit Menschenmassen sich durch enge Gassen zu schlängeln, oder bestimmt 40 Minuten anzustehen, um in das Kloster zu gelangen. Aber der Blick auf die Insel, sowie der Blick von der Insel auf das Wattenmeer, welches übrigens an diesem Ort die Normandie von er Bretagne trennt, ist wirklich wunderschön. Doch noch einmal brauche ich es denke ich nicht. Außer vielleicht, um es einmal bei Nacht zu besuchen. Denn dann sind sowohl das Kloster, sowie die süßen, kleinen Gassen beleuchtet.

Nach dem ich nach einer guten Stunde Fußmarsch wieder an meinem Auto angelangt bin, verabschiedete ich mich von der Normandie und fuhr Richtung Rennes, der Hauptstadt der Bretagne. Doch ich hatte irgendwie nicht wirklich Lust diese zu besuchen und da es auch schon 17 Uhr war, als ich mich in Höhe Rennes befand, beschloss ich nur einen Halt in einem der größeren Decathlons zu machen, um mir einen Schlafsack für die kommenden kälteren Nächte zu kaufen. Dort verweilte ich doch ein wenig länger, da es dort wirklich alles für Camping und Sportfans gibt, was man sich nur erträumen kann. So verließ ich gegen halb sieben das Geschäft mit einem mini Rucksack für 3 Euro, sowie einen reduzierten Schlafsack für 15 Euro. So gefällt mir das. Anschließend für ich nur noch zu meinem Schlafplatz in einem kleinen Dorf an, welcher sich am Fluss befand. Dort kochte ich mir noch etwas z essen, bevor sich dann auch dieser Tag dem Ende neigte.

Nach einer echt ruhigen Nacht machte ich mich auf in Richtung Nantes, um zumindest eine Stadt der Bretagne gesehen zu haben. Mittlerweile sind übrigens schon 4 Wochen vergangen. Dies fiel mir erst auf, als ich mein Parkticket zog, da dort das Datum, plus der Wochentag darauf stand. Kurz habe ich mich sogar erschrocken, da die Zeit echt wirklich schnellvorbei ging, doch noch mehr erschrak ich über den unverschämten Preis von 11 Euro für 4 Stunden parken. Aber es half nix. So lief ich dann Richtung Innenstadt, besorgte mir einen Stadtplan und machte den ersten Stopp im Burginnenhof, um mir dort eine Ausstellung anzuschauen. Weiter ging es dann Richtung Église Sainte-Croix de Nantes, da sich dort das kleine Café la cafetière félêe befand. 100% prozentig glutenfrei und neben bei vieles auch laktosefrei, sowie vegan. Dort holte ich mir einen Muffin und plante in der Zeit meinen weiteren Verlauf durch Nantes. Ich hatte inzwischen leider nur noch 3 Stunden und so lief ich einfach dem vorgegebenen Weg nach und sah so die kleine Insel Ile de Nantes, welche einen asiatischen Garten beinhaltet, schlenderte entlang des Erdre Ufers, schaute mir die ein oder andere Kirche an und überquerte auch die sich dort befindende Kirmes. An sich ist Nantes bestimmt schön, doch mit Zeitdruck leider ein wenig unübersichtlich und hektisch. Was mir auf jeden Fall gut gefallen hat, dass es keinen einzigen Souvenirladen gab, bzw. generell es nicht von Touristen überlaufen war. Um 18 Ur war dann meine Zeit abgelaufen und ich verließ die Stadt, um wieder Richtung Meer zu gelangen. Dort verbrachte ich meine erste Nacht komplett alleine und habe sie trotzdem überlebt. Es ist zwar ein wenig gruselig so ganz alleine am Strand zu stehen, jedoch machte es das Meeresrauschen und ein klarer Sternenhimmel wieder gut.  Bevor es mich dann nach La Rochelle brachte, legte ich noch eine weitere Wanderung zurück, die mich an den Leuchttürmen von les sables d'olonne vorbei führte. Nach einem gemütlichen Kaffee wieder am Strand und eine schnellen, kalten Dusche, fuhr ich dann eben nach La Rochelle weiter, wo ich am Freitag, also heute, meine erste Austauschpartnerin wiedersehen werde. Davor besichtige ich noch die Innenstadt und dann mal sehen, ob ich morgen noch einmal hier aufwache, oder schon in der Nähe Bordeauxs erwache. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Linda Dorsch (Freitag, 06 September 2019 15:53)

    wunderschön �