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Entlang der Atlantikküste

Zwischen Großstadt und der höchsten Düne Europas

La Rochelle

Ich war nun also in La Rochelle angekommen. Ich erwachte gegen 9 Uhr auf dem einigermaßen ruhigen Stellplatz und nach einem schnellen Frühstück ging es auch schon die 40 Minuten zu Fuss in Richtung Innenstadt. Der Weg führte mich am Wasser entlang, was mir schonmal die ersten Blicke auf den Hafen, sowie die Altstadt sicherte. Sobald ich die erste Brücke überquerte, kam mir alles sofort wieder vertraut vor. Es ist zwar mittlerweile über 6 Jahre her, dass ich da war, trotzdem wusste ich direkt wo ich war, als ich um die nächste Ecke bog und auf die beiden Türme zu lief. Diese bilden die Stadtgrenze und führen einen direkt in das Innenleben La Rochelles.

Ich erkannte sofort die geniale Eisdiele mit den gefühlten 100 Sorten und den kleinen Marktplatz am Hafen. Wie immer ging ich zunächst auf die Suche zum Office de Tourisme. Doch nicht auf geradem Weg, sondern ich schlendert schonmal ein wenig durch die verwinkelten Gasse und ließ den Eindruck der Hafenstadt auf mich wirken. Sobald ich meinen Stadtplan in der Hand hielt, macht ich mich auf Entdeckertour. Ich war zwar schonmal hier, aber auf eigene Faust eine Stadt zu erkunden ist immer anders. Und so bot ich hier mal ab und da einmal, und zwischen durch legte ich ein paar Stopps bei den Sehenswürdigkeiten ein. Dadurch, dass la Rochelle nicht wie andere Städte aufgebaut ist, entdeckt man immer mal wieder etwas. Man hat zwar auch die typischen Einkaufsstraßen, doch sind diese aber alle wie eine Art Bürgersteigpassage aufgebaut. Bild folgt unten. Ich folgt so den süßen Gassen, bis es schließlich 4 Uhr war und ich wieder bei meinen Türmen stand. Natürlich musste ich mir noch ein Eis holen, um die damalige Tradition fortzuführen. 3 Kugeln kosten zwar 4.90 doch genau so sollte man es machen, da man sich erstens sowieso nie entscheiden kann und 2. Das Preis-Leistungsverhältnis nur so stimmt. (Q Kugel 3.00, 2 Kugeln 4.30, 3 Kugeln 4.90, jede weitere 1 Euro.) So genoss ich mein "Mittagessen" am Hafen und spazierte dann wieder am Wasser zurück zum Stellplatz, wo ich mich dann auch direkt weiter nach Chatelaillon Plage machte. Dort wohnt nämlich meine damalige Austauschschülerin, mit der ich mich auf ein kühles Getrank am Strand verabredet hatte. Wir hatten einiges aufzuholen und so vergingen die Stunden wie Sekunden. Irgendwann mussten wir uns jedoch wieder verabschieden, aber ich hoffe dass wir dieses mal nicht wieder 6 Jahre brauchen, bis wir uns wieder sehen. Nun brauchte ich jedoch noch einen Stellplatz für die Nacht. Ich hatte mich zuerst auf einen am Wasser festgelegt, nur um dann festzustellen, dass dieser viel zu windig war, um dort ruhig schlafen zu können. In der Zeit wo ich nun überlegte, wo ich und mein Caddy die Nacht verbringen können, kam ein weiteres Wohnmobil angefahren, welches genauso erschrocken feststellen musste, dass man hier ganz schön durchgeschüttelt wird. Er erzählte mir von einem Picknickplatz keine 500 Meter weiter, wo wir dann zusammen hinführen. Kein Wind, nur pure Stille. Einfach herrlich. So kochte ich mir schnell noch was bevor es mich in meinen warmen Caddy zog und ich bei einer weiteren Folge Suits den Tag beendete.

Am nächsten Morgen stand Rochefort an. Eine kleinere Stadt zwischen La Rochelle und Bordeaux mit einem Hafen und alten Militärsanlagen. Ein Parkplatz war auch dort einfach zu finden, da die Stadt insgesamt 1000 Parkplätze kostenlos im Stadtzentrum anbot. Warum kann es nicht immer so sein. Achtung, keine 50 Meter daneben befindet sich eine Straße, die zwar genauso aufgebaut ist, wie der große Parkplatz, jedoch sind diese zu bezahlen.

Direkt beim Parkplatz befindet sich auch das Touristenzentrum, sodass auch dieser Punkt schnell abgehackt werden konnte. Warum kann nicht jede Stadt so mitdenken? Z.B La Rochelle hat sein Office de Tourisme anstatt ins Zentrum zu legen, hinter das Aquarium platziert, sodass man erst einmal den kompletten Hafen überqueren muss, bevor man dort ankommt. Ich hatte nun also den Plan von Rochefort in der Hand und machte mich auf, um zu sehen, was diese kleine Stadt zu bieten hat. Meine ersten Schritte machte ich durch die Marktgasse. Dort herrschte gerade Hochzeit des Marktes. Links und rechts riefen einem Verkäufer ihre Angebote zu und die unterschiedlichsten Gerüche stiegen einem in die Nase. So liebe ich es. Die Preise liegen leider gerade was frisches Obst und Gemüse angeht nicht in meinem Urlaubsbudget und so lief ich einfach nur so die Marktstände ab, ohne mir das halbe Kilo Erdbeeren für 6.50 zu kaufen. Weiter ging es entlang am Hafen und der alten Marine. Außerdem durchquerte ich den ein oder anderen Park und stöberte durch 2 Einkaufspassagen, bevor ich feststellte, dass es das auch schon war. Also ging ich wieder zurück zu meinem mittlerweile gut aufgeheizten Caddy und fuhr weiter Richtung L.Leclerc. Der tolle Supermarkt mit dem riesen glutenfreiem Sortiment. Dort kaufte ich für die nächsten Tage ein und nutze das WLAN für meine Suche nach dem nächsten Schlafspot. Eigentlich war der Plan auf die île d'Orléans zu fahren, aber doch nur eigentlich. Denn nach weiterer Recherche merkte ich, dass die Stellplätze dort anscheinend nicht wirklich berauschen sind und gerne von sogenannten Voyageurs also eine Art Sinti und Roma genutzt werden, sodass schnell mal 4 Stellplatze von ein und der selben Familie blockiert werden. Darauf hatte ich sowas von keine Lust, vor allem da es dort auch des Öfteren zu lautstarken Ausschreitungen kommen kann. Also musste ein neuer Plan her.  Ich fuhr zunächst in Richtung eines Campingplatzes. welcher in der Nähe der Insel lag und überlegte, ob ich nicht einfach mit dem Fahrrad am nächsten Tag von dort aus auf die Insel fahren könnte. Doch als ich da ankam gefiel es mir dort überhaupt nicht. Viel zu Touristisch und Alt, was das Publikum dort betrifft. Außerdem beobachte man mich schon skeptisch, als ich in der Einfahrt parkte, sodass ´feststand, dass ich hier auf keinen Fall schlafen werde. Doch ich lief dennoch zur Rezeption, da ich gelesen hatte, dass man für 2 Euro eine warme Dusche bekommen kann. Da dies dringend notwendig war, packte ich also meinen Kram zusammen und zu dem noch 3 Wasserflaschen um diese wieder aufzufüllen und stieg nach 10 Minuten frisch geduscht wieder in meinen Caddy, um zu dem neuen Spot auf einer Klippe zu fahre. Der Weg dorthin war nicht gerade einfach und hat leider ein paar Schrammen an meinem linken Außenspiegel hinterlassen, aber Autos sind eben Nutzfahrzeuge und für diesen Sonnenuntergang nehme ich die grünen Kratzer sehr gerne in Kauf. So kam ich also an einem der bis jetzt schönsten Orte meiner Reise an und schlief auch mit am besten in dieser Nacht. 

Rochefort

La Citadelle de Blaye

Denn ich erwachte erst gegen 10 Uhr und so startete mein Tag gut ausgeschlafen mit dem Geräusch der Wellen, die unten in der Brandung brechen. Gibt es etwas schöneres? Während meines Frühstücks, bekam ich Besuch von einem Fischer, der eines der insgesamt 10Fischerhäusser gepachtet hatte. Wir unterhielten uns über die Funktionalität meiner Solarplatte, da er auch noch eine Idee benötigte, wie er z.B sein Handy in seiner Hütte laden könnte. Außerdem klärte ich ihn natürlich über meine Reise auf und erzählte was ich bisher so gesehen hatte. Er lud mich danach noch ein mal ein Blick in ein Fischerhäusser zu werfen, was ich dankendannahm und so lief ich nachdem ich wieder alles verstaut hatte die paar Meter hinunter und begutachtete das alles einmal. Währenddessen erzählte er mir noch von den anderen Fischern die hier ab und zu hinkamen und wie ruhig es immer ist. Zu dem gab er mir noch ein paar Insidertipps für die Gegend und o man besser einen Bogen drum machen sollte. Mittlerweile war es kurz nach 1, sodass ich mich verschieden musste und mich auf in Richtung Bordeaux machte. Zu vor legte ich aber noch einen Stopp bei der Citadelle de Blaye ein. Diese Zitadelle ( kleine in sich abgeschlossene Festung, die entweder innerhalb einer größeren liegt oder einen Teil der Enceinte der größeren Festung bildet.) liegt umgeben von den schönen Weinbergen am Flusshafen Saugeron und gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sobald man die Brücke überquert hat, gelangt man in das kleine Dorf, was sich heutzutage in der Festung befindet. Es gibt in paar kleine Boutiquen, 2 Cafés, 2 Restaurants ´, sowie einen Campingpatz und ein etwas schickeres Hotel. Man kann sich auf der kompletten Festung frei bewegen und so hat man einen wirklich tollen Rundgang vor sich. Der Ausblick ist bis auf das echt trübe Waser genial und auch die einzelnen Bauwerke, bzw. das was davon noch übrig ist, kann sich wirklich sehen lassen. Gute 3 Stunden verweile ich dort, bis ich mich schließlich auf eine Odyssee durch die Weinberge Bordeauxs begebe. Eigentlich sollte es einfach werden. Keine 3 Minuten von Blaye lag das Weingut, welches einen Stellplatz mit Strom anbot und das für sage und schreibe 0!!! Euro. Da es 1. unter der Woche war und 2. wir uns nun nicht mehr in der Hauptsaison befanden, machte ich mir gar keine Gedanken, dass ich keinen Latz bekäme. Doch falsch gedacht. Die Franzosen und ihre Wohnmobile sind einfach überall. Die Insgesamt 25 Plätze waren alle belegt und anstatt mir irgendwie zum Beispiel zu helfen, oder mir für meinem Caddy ein wenig Platz zu machen, wenn ein einziges Wohnmobil eine komplette Wiese blockiert, wurde ich nur dumm angeschaut. Eins muss ich jetzt einfach mal los werden. Ich liebe Frankreich und vor allem die Sprache. Auch das Essen ist genial und die manchmal zutreffende Gastgeberfreundlichkeit auch, doch allgemein stimmt es einfach, dass die Franzosen eine eher arrogante Haltung gegenüber anderen haben. Natürlich trifft das nicht auf alle zu, aber vor allem unter den WoMo-Franzosen herrscht eine echt angespannte Stimmung was mir echt nicht gefällt. Aber genug aufgeregt, der nächste Stellplatz auf einem Weingut war nicht weit von mir und es gab sogar gleich einen daneben sodass ich beide anfuhr. Der 1. war die reinste Katstrophe. Nichts war ausgeschildert und die Gegend, indem dieses Weingut anscheinend liegen sollte, war echt furchtbar. Ich machte also direkt wieder kehrt und fuhr zum nächsten Weingut. Von weitem konnte ich schon das Schild mit dem "Aire de Caravan" entdecken und o fuhr ich nun mit gutem Gewissen dem Pfeil nach. Doch als ich auf den Hof fuhr, war dort niemand zu sehen. Als ich weiter Richtung Eingang ging, wusste ich auch wieso. Heute wegen familiären Angelegenheiten geschlossen, stand dort auf französisch in der Eingangstür. Das man das auch einmal Online hätte schreiben könne, se mal so dahin gestellt. So stand ich nun mitten im Nirgendwo und könnte am liebsten los brüllen so mies war ich nun gelaunt. Denn eigentlich wären diese ganzen Stellplätze nämlich umsonst gewesen. Doch dies sollte mir wohl oder übel nicht gegönnt werden. Zum Glück hatte ich einen Stellplatz noch im Petto, welcher aber gute 20 Euro kosten würde. Doch eine andere Wahl hatte ich nicht und so kam ich endlich nach anderthalb stündiger Fahrt an meinem Schlafplatz an. Ich wurde direkt nett begrüßt und das auf deutsch. Denn der Winzer lebte bis zu seinem 17. Lebensjahr selbst in Deutschland und ist dann aber nach Frankreich gezogen, wo er nun seit mehreren Jahren das erste Demeter-Weingut Bordeauxs mit seiner Frau betreibt. Das Chateau d'Esther. Um 19 gab es dann auch noch eine Weinprobe und natürlich schlug ich auch beim anschließenden Verkauf zu. Denn wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich kein Weinliebhaber bin. Aber dieser Weißwein war wirklich gut. Für  meine Eltern nahm ich auch noch 3 Flaschen vom roten mit und so ging auch dieser etwas verrückte Tag zu ende.

Bordeaux

Nachdem ich leider bereits um halb neun durch den Hofhahn geweckt worden bin, begann für mich der Tag mit Fragezeichen. Wollte ich nun wirklich schon heute nach Bordeaux? Machte ich lieber noch einmal einen Tag Pause, nach dem der Tag gestern doch echt anstrengend und nervenaufreibend war? Ich könnte ein wenig die Gegend erkunden gehen und einfach mal mich ausruhen. Klang doch ganz gut, aber 100 prozentig stand ich nicht dahinter. Ich ging zunächst erstmal in das Bad du bereitete mein Frühstück vor. Als ich Wasser holen wollte, begrüßte mich eine von den insgesamt 8 Stellplatzbewohnern. Ich hatte sie bereits gestern bei der Weinprobe gesehen. Sie erzählte mir, dass sie heute Bordeaux besuchen wollten und es die Möglichkeit gäbe etwas außerhalb von Bordeaux auf einem P+R Parkplatz zu parken, um dann mit der S-Bahn reinzufahren. Und das für gerade einmal 3 Euro für eine Person. So schmiss ich meinen Plan um und besuchte doch noch Bordeaux. Gegen 12 Uhr stand ich dann auch schon auf meinem Parkplatz an der Endhaltestelle der Tram A und fuhr eine gute halbe Stunde in die Stadt. Der Ablauf nun ist wahrscheinlich langsam allen bekannt. Touristeninfo aufsuchen, Plan besorgen und los geht's. Bordeaux ist eine eher wohlhabende Stadt. Das erkennt man sofort an den Fassen der Gebäude, sowie auch an dem Publikum welches hier verkehrt. Auch die größte Shoppingstraße besteht nicht aus H&M und New Yorker, sondern aus Louis Vuitton und Prada. Und wirklich jede Passage und Seitenstraße ist ein Blickfang. Mein Rundgang führte mich an zwei größeren Kathedralen vorbei, lies mich die etwas Portemonnaie freundlicheren Shoppingmeilen durchstöbern, durchquerte zwei von Insgesamt 4 Stadtbögen und natürlich lies ich mir auch nicht den Miroir d'Eau entgehen. Ein Kunstwerk welches am Place de la Bourse liegt und im Jahre 2006 erbaut wurden ist. Es ist mit 3.450 Quadratmetern das weltweit größte Reflexionsbecken, in dem sich die Nationale Oper widerspiegelt. Das war auch mein Schlusspunkt des Rundgangs, an dem ich noch eine nette Unterhaltung mit einem Franzosen hatte, der auch gleich dazu noch ein Foto von mir machte. Mich brachte nun die Tram A wieder zurück und so fuhr ich meinen neuen Stellpaltz am Fuße der Dune du Pilat an. Das besondere an diesem Platz war, dass es fast wie ein Campingplatz mitten im Wald war. Natürlich ohne Bad und Strom, aber ein größeres Waschbecken gab es und jede Menge Wildcamper. Dieser Ort sprühte nur so von Freiheit und Sorglosigkeit. Hier baute ich noch schnell Stuhl und Tisch auf und nachdem ich mir noch etwas gekocht hatte, schlief ich mit Nieselregen ein.

Dune du Pilat

Ich gönne euch dieses Mal die Welter vorweg, da diese Dünen eigentlich nicht mit Worten zu beschreiben sind. Trotzdem könnt ihr gerne nun weiter lesen. Nach einer etwas lauteren Nacht, da der Nieselregen sich irgendwann in ein ich-geb-alles-Regen verwandelt hatte, wachte ich gegen 9 auf und freute mich auf den Tag. Zunächst wollte ich mal wieder ein wenig Ordnung schaffen, anschließend die Dune du Pilat bewandern und danach noch meine Wäsche waschen. Hört sich doch gut an und zum Glück war es auch genau so. Endlich lief fast alles nach Plan. Um 12 machte ich mich dann auf, um die 110 Meter zu bewältigen. Im Sand leichter gesagt, als getan trotzdem schaffte ich es nach knapp anderthalb Stunden mit dem ein oder anderen Umweg und kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Es war wirklich genial. Rechts neben einem lag das Meer und Links streckten sich die Pinienbäume in die Höhe. Die Dune du Pilat ist mit ihren 110 Metern übrigens die größte sich bewegende Düne Europas und nach dem Mont-Saint-Michel die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Frankreich. Und das auf alle Fälle zurecht. Zu dem war sie auch ein beliebter Spot für Fallschirmspringer. Diesen schaute ich eine Weile zu, bevor ich mich wieder bergab begab. Dieses Mal wollte ich nicht nur an der Straße entlang gehen und entschied mich auf einen der Wanderwege auf der anderen Straßenseite abzubiegen. Ein fataler Fehler. Als ich also den Wegweisern folgen wollte, sah ich schon von weitem 2 Hund dort liegen. Ich bin Hunden generell immer etwas skeptisch gegenüber und gerade Hunde ohne Besitzer finde ich sowas von gar nicht gut. Doch es kommt noch besser. Ich verlangsamte zwar mein Tempo, dennoch fingen diese Hunde an zu bellen. Und dann traf mich der Schock. Wie aus dem nichts kamen auf einmal ungelogen 10 Hunde angerannt und kamen auf mich zu. Und ich bezweifle sehr, dass sie einfach nur mit mir spielen wollte. Mit lautem Gebell und Geheule stürmten sie auf mich zu. Und ich? Ich rannte um mein Leben wieder die paar 100 Meter in Richtung Straße. Mein Plan ging zum Glück auf, denn die Straße überquerte das Rudel nicht. Ich rannte dennoch ein weiteres Stück, bis ich nicht mehr konnte. Das was ich da gerade erlebt hatte, war alles andere als lustig gewesen und hat mich echt zum Nachdenken gebracht. Ich meine was wäre denn gewesen, wenn ich nicht schnell genug gewesen wäre? Wer hätte mich gefunden, bzw. erst gesucht? Mit diesem Gedanken im Hinterkopf lief ich noch den letzten Kilometer an der Straße entlang zu meinem Platz, wo ich mich erst einmal beruhigen musste. Ich ließ trotzdem nicht von meinem Plan ab und so packte ich meinen Eimer voll Wäsche und ging zu den größeren Waschbecken, um dort meine Wäsche wieder sauber zu bekommen. Nach guten 30 Minuten in denen ich auch noch geduscht hatte, Hing meine Wäsche zum trocknen in der Sonne und  ich konnte endlich etwas Essen. Inzwischen war es nämlich schon kurz nach 4 und nach dieser Aufregung war der Hunger groß.Mit Kaffe, Müsli und Buch machte ich es mir in der Sonne bequem und ließ so die nächsten anderthalb Stunden vergehen, bis ich irgendwie das Gefühl bekam, doch noch weiter zu fahren. Also packte ich meine Wäsche wieder ein, verstaute auch den restlichen kram und fuhr gute 90 Minuten wieder Richtung Süden. Dort fand ich einen Platz direkt am Strand und es gab sogar kostenloses W-Lan und eine Toilette. Danke Mimizan. Ich schlief schon gegen 23 Uhr ein, da ich wirklich kaputt war. Und mit dem rauschen der Wellen schlief es sich auch wirklich gut, denn ich erwachte erst gegen 10 Uhr.  Ich ging ohne weiteres zunächst einmal zur Touristeninfo, und entschloss dann mit den Informationen, dass ich hier nicht bleiben wollte. Die ganzen kleinen Städte hier an der Küste, waren alles zwar schöne Surferspots und haben auch sonst viel zu bieten, aber irgendwie wollte ich aus Frankreich raus und so beschloss ich selbst Bilbao und San Sebastian hinter mir zu lassen und bis nach Santander zu fahren. Dort hatte ich in San Vincente einen Campingplatz von meiner Cousine empfohlen bekommen, welcher cooler nicht hätte sein können. Hier war alles total locker. Check-In war bis spätestens 23 Uhr und bleiben durfte ich bis 17 Uhr. Hier will ich nun also noch ein paar Tage bleiben. Mal schauen wie lange. Den Tag gestern hatte ich genutzt, um nach der fast 5 Stündigen Fahrt mit Stopp beim Lidl und endlich einer günstigen Tankstelle (1.13 der Liter, in Frankreich waren es noch 1.45), um den Strand zu erkunden und einfach mal nix zu tun. Was ich heute machen werde, weiß ich noch nicht so ganz, aber geht es nicht genau darum bei einem Roadtrip? In den Tag hinein zu leben? Und genau das werde ich jetzt tun. Die nächsten Tage wird daher erstmal nichts kommen und wahrscheinlich auch erst nach den Picos de Europa, meinem nächsten Ziel. Von daher bitte nicht wundern. Ich lebe noch, aber eben gerade einfach mal langsamer als sonst.

Auf dem Weg nach Spanien

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Kommentare: 1
  • #1

    ich (Donnerstag, 12 September 2019 19:19)

    Gute fahrt!^^