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1600 Kilometer in Richtung Zuhause

Ich habe es nun fast geschafft. In meinem derzeitigen Wohnort bin ich zwar noch nicht wieder angekommen, dafür aber in meinem alten Zuhause. Dem schönen, aber kalten Freiburg im Breisgau. Also wieder in Deutschland. Wie ich das so finden soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht so ganz, jedoch habe ich mir noch wirklich schöne 7 Tage im Ausland gemacht, bevor es dann eben wieder über die deutsche Grenze ging. Fangen wir also damit an, dass ich Barcelona verlassen hatte und am Abend in Platja d‘Aro gelandet bin. Eigentlich wollte ich am selben Tag nicht mehr so weit fahren, doch durch eine Straßensperrung, kurz vor meinem eigentlichen Ziel, hätte ich für die viel kürzere Strecke genau die selbe Zeit gebraucht und so hatte ich mich dann letztendlich doch für das 2 Stunden entfernte Platja d‘Aro entschieden. Mein Plan dort war eigentlich wieder am Strand zu schlafen. Aber nachdem ich auf den Parkplatz gefahren bin und ich nirgends einen anderen Van gesehen hatte, wurde ich doch ein wenig stutzig. Denn der Platz war wirklich genial und der perfekte Spot zum „Wildcampen“. Also recherchierte ich ein wenig und fand schnell heraus, dass das Übernachten ausserhalb der WoMo-Zone nicht gestattet war. Egal ob Auto, Van oder sonst was. Von daher beschloss ich nur am Strand zu essen und dann zu besagter Zone zu fahren. Es war ein riesiger Parkplatz voll mit bestimmt 70 Wohnmobilen. Es sah eigentlich schon voll aus, doch ich fand noch eine kleine Lücke, wo ich perfekt rein gepasst hatte. Schön war der Platz jetzt nicht, er erfüllte aber seinen Zweck und nachdem ich gegen 10 aufwachte, ging es auch direkt zu meinem Platz am Vorabend, um dort zu frühstücken. Währenddessen überlegte ich, was ich mit dem Tag anfangen sollte. Platja d‘Aro hat mich jetzt nicht wirklich beeindruckt, von daher googelte ich mal ein paar schöne Orte an der Costa Brava und blieb bei Empuriabrava hängen. Anscheinend eine schöne kleine Stadt, die das Venedig der Costa Brava sein soll. Klang eigentlich viel versprechend. So fuhr ich die anderthalb Stunden und parkte direkt am Strand. Das tolle an der mittlerweile Nebensaison ist, dass die meisten Touriorte ihre Parkuhren deaktiviert hatten. So konnte ich dort also kostenlos stehen und nach einem Abstecher in das Tourist Office, ging es an den Strand. Es war zwar sehr windig, trotzdem lies ich es mir nicht nehmen noch einmal ins Wasser zuhüpfen. Dort verweilte ich dann mit meinem Krimi, bis mir der Wind doch zu stark wurde und ich ins Zentrum fuhr. Ich muss sagen,mir hat es hier überhaupt nicht gefallen. Anscheinend ist Empuriabrava der Rückzugsort vieler deutscher, sowie französischer Rentner, die dann wirklich hier ¾ des Jahres leben. Dem entsprechend sind dann auch die ganze Geschäfte, sowie Restaurants ausgelegt. Das ist generell eine Sache, wo ich immer wieder nur den Kopf schütteln kann. Diese schlimmen Touristen, die in andere Länder fahren, aber bloß nur das Essen, was sie auch Zuhause bekommen. Also nur das deutsche Bier, die deutsche Bratwurst und den deutschen Kartoffelsalat. Und wehe es schmeckt anders, als Zuhause. Dann sollen sie gefälligst in ihrem ach so tollen Zuhause bleiben, wenn sie sich nicht auf die Kultur einlassen können. So genug geärgert. Da dies also genauso hier war, kaufte ich nur schnell ein paar Souvenirs und dann begann mein Einkaufsmarathon. Langsam ging es wieder Richtung Heimat, nur leider gab es ja in der Heimat nicht ganz so viele tolleglutenfreie Dinge, also wurden nochmal meine Hightlights nachgekauft. Als auch das geschafft war und meine Kreditkarte rauchte, ging es für mich hochhinaus. Und zwar nach Roses. Dieses Dorf soll auch zu den schöneren Dörfern der Costa Brava gehören und hat auf der Ostseite ein kleines Gebirge, wo ich mich hoch wagte, um dort zu nächtigen. Oben angekommen warteten auch schon 2 andere Vans, was ich hier oben auch wirklich beruhigend fand. So ließ ich mir mein Abendessen mit dieser gigantischen Sicht schmecken und schlief trotz Nieselregen bis halb 10.

Auf zur wilde Costa Brava

An diesem Tag wollte ich weiter die wilde Costa Brava erkunden. Nachdem auch Roses eher eine Enttäuschung war (nur die Festung sah ganz interessant aus), fuhr ich weiter zum östlichsten Punk des spanischen Festlandes, dem Cap de Creus. Ein Ausblick der sich allemal lohnt, jedoch sei gesagt, dass die Straße dort hin nichts für Schwache Nerven ist. Leitblanken sind Spaniern hier anscheinend fremd, Straßen, so eng, dass 2 Autos an manchen Stellen nicht aneinander vorbei passen und Schlaglöcher so tief, dass man drinnen feststecken bleiben könnte. Und wenn dann einem noch einer der vielen Reisebusse entgegen kommt, war es für mich auf jeden Fall zu viel. Trotzdem habe ich es geschafft und genoss auf einer Treppenstufe der Terrasse mein Mittagessen mit Blick auf fast nur blau. Anschließend erkundete ich noch ein bisschen die Wanderwege, bis es wieder zurück in Richtung Cadaqués ging. Dem schönsten Ort der Costa Brava. Naja, entweder stimmt mit mir was nicht, oder meine Meinung entspricht einfach so gar nicht den Onlinereiseratgebern. Ja, es war schon süß mit seinen weißen Häusern, versteckten Gassen und der einen kleine Kirche, aber dafür extra diesen abenteuerlichen Weg auf sich zu nehmen? Weiß ich nicht ganz, ob ich das so unterschreiben würde. Dazu kam, dass mein Cadaqués-Besuch auf den18.10.19 fiel, also dem Tag des Generalstreiks. So hatte wirklich jedes und ich meine wirklich jedes Café und Restaurant geschlossen und es wirkte fast ein wenig trostlos. Was noch dazu kam, war das man hier für 1 Stunde 2.50€ Parkgebühr bezahlen muss, was ich für diese kleine Stadt schon recht viel fand, wenn man bedenkt, dass der Stundensatz in Barcelona bei 2.90 lag. Aber gut, viel länger brauch man hier auch nicht, sodass es nun zu meinem Schlafplatz gehen sollte.

Zwar waren es nur 50 Kilometer, trotzdem sollte ich über 1 Stunde 40brauchen. Na super, dachte ich mir, aber fuhr trotzdem los. Kurz vor Figueres wusste ich dann auch warum und ihr jetzt ja nun auch. Dort wurde von Jugendlichen die komplette Innenstadt blockiert. Aber ich kam ja irgendwann raus und so dann auch nach einer weiteren kurvigen Strecke über die N260 zu meinem Parkplatz. Und ich glaube, dass dieser zu meinen absoluten Favoriten zählt. Der Parkplatz liegt zwar direkt an der viel befahrenen N260 in Richtung Frankreich, aber da er doch recht versteckt liegt, bekommt man nicht wirklich viel vom Verkehr mit. Das Highlight ist aber die kleine Bucht, die sich vor einem erstreckt, sobald man zwischen den 2 großen Steinen hindurchgefahren ist. Man kann direkt vorne beim Strand stehen und hat so wieder einen genialen Blick aufs Meer. Dort lernte ich auch wieder 3 Deutsche kennen, mit denen ich den Abend, sowie den nächsten Vormittag verbrachte. Es war wirklich noch gutes Wetter, sodass wir sogar mehrmals schwimmen gehen konnten. Nach dem ich dort dann auch noch zu Mittag gegessen hatte, musste ich aber so langsam weiter. Ich wollte noch gute 120 Kilometer fahren, die mich aber auf Grund der kurvigen Bergstraße fast 2 Stunden kostete. Also packte ich alles gemütlich zusammen und fuhr dann gegen 3 Uhr in Spanien los, um gegen 5 Uhr in Frankreich auf meinem letzten Campingplatz dieser Reise anzukommen. Zu dieser Jahreszeit ist es wirklich nicht mehr einfach einen Campingplatz zu finden, der offen hat. Dies war so mit der einzige im Umkreis von 50 Kilometern. Ich brauchte aber einfach mal wieder bisschen Strom, eine Entsorgungsstation, usw. Und mit diesem Campingplatz hatte ich dann auch noch richtig Glück. Zunächst lag er direkt am Strand und des weiteren kostete er in der Nebensaison gerade einmal 13 Euro die Nacht. Inklusive Strom und Wifi. Das lag auf jeden Fall noch im Budget. So verbrachte ich also meine Vorletzte Nacht in Frankreich und fuhr dann gegen 11 Uhr am nächsten Morgen in Richtung Perpignan. 

Bienvenue en France

das verregnete Perpignan

Bei Perpignan handelt es sich um eine kleine Stadt in der Nähe der Grenze zu Spanien. Im 13. Jahrhundert war sie die Hauptstadt des Königreichs Mallorca und in ihrem mittelalterlichen Stadtkern ist ein deutlicher katalanischer Einfluss erkennbar. Überall hingen sogar katalanische Flaggen und selbst die Straßenschilder waren meistens auf Französisch, sowie Katalan. Und auch hier merkte man die Auseinandersetzungen zwischen Katalonien  und dem Land Spaniens. Denn neben den Flaggen hingen auch meistens die gelben Schleifen, die das Symbol der Separatisten sind und im Kampf um die Unabhängigkeit Kataloniens öfters auftauchen. Somit war es für mich die perfekte Stadt, um über den Verlust des warmen Spaniens hinwegzukommen. Denn leider hatte ich einen Regentag erwischt. Zunächst war es nur bewölkt, als ich von meinem Parkplatz aus entlang der Tête (häufige Frage im Kreuzworträtsel, also merken) in Richtung Altstadt lief. Den Eingang zur Altstadt kann man nicht übersehen. Le Castillet ist das ehemalige Stadttor, worin sich heute das katalonische Museum befindet. Von dort sind es nur knapp 100 Meter bis zum Office de Tourisme, wo ich mir einen Stadtplan holte. Den braucht man hier aber eigentlich gar nicht, da es einer jeder Ecke Wegweiser gibt. Genial, da können sich so manche Städte eine Scheibe von Abschneiden. Gut, Perpignan hat jetzt auch nicht so viel zu bieten, wie z.B Barcelona, daher ist die Auswahl an Sehenswürdigkeiten auch um einiges Überschaubarer. Ich entschied mich zunächst den Wegweisern zu dem größten Wahrzeichens Perpignan zu folgen. Dem Palast der Könige von Mallorca. Leider hatte es auf dem Weg dorthin so angefangen zu schütten, dass ich bis auf den Eingangsbereich nichts vom Palast sah. So musste ich dann leider wieder zurück und suchte in einem kleinen Café Schutz vor den Wassermassen. Dort verbrachte ich knapp eine Stunde, da ich an meinem Barcelonablog arbeitete und endlich, gegen 15 Uhr zeigte sich ganz langsam die Sonne. Ich packte also schnell alles zusammen und fuhr weiter zu meinem auserkorenen Mittagessenspot am Meer. Ja, ich hätte mir vielleicht mehr Zeit für Perpignan nehmen sollen, aber so wirklich viel bietet diese kleine Stadt leider nicht. Zudem kommt, dass sie eben auch nicht am Meer liegt. Ich habe ja aber so gut wie keinen Tag mehr am Meer, sodass ich jede Sekunde gerne noch dort verbringen wollte. 

So fuhr ich gute 60 Minuten und kam in Leucate an. Dort fährt man einmal komplett bis ans Ende und kommt an einer versteckten Bucht an. Oben befinden sich Parkplätze, wo ich meinen Stuhl herausstellte und mein Mittagessen mit Sonne und Meerblick genoss. Anschließend kletterte ich noch einmal zum Strand hinunter, spazierte ein wenig auf und ab du entschloss dann schließlich zu meinem letzten Schlafspot am Meer zu fahren. Verrückt diese Vorstellung in weniger als 3 Tagen wieder in einem normalen Haus aufzuwachen. Nicht mit Meerblick, nicht mit Sonnenaufgang und nicht mit Freiheit. Leider muss man schließlich irgendwann auch mal wieder arbeiten. So fuhr ich dann gegen 17:30 Uhr auf in Richtung Sète. Eine kleine Hafenstadt, mit der Besonderheit, dass mitten durch die Stadt ein Kanal der Rhône führt. Das hörte sich doch mal interessant an und so wurde Sète mein Ausflugziel für den nächsten Tag. Am Abend jedoch fuhr ich nur bis kurz vors Zentrum und parkte beim Museum, wo man einen tollen Blick auf das Meer hatte, Ich stand am Cap de Sète, wo die Wellen einen Nass machten, wenn man direkt am Geländer stand, so stark brachen die Wellen hier. Einfach toll. Dort verbrachte ich eine ruhige Nacht und machte mich gegen 9 auf in die Stadt. Ein bisschen Schiffe hier, ein paar Cafés dort, links und rechts vom Kanal ein paar Geschäfte und am Hafen süße Restaurants mit frischem Fisch. Das ist Sète. Mehr gibt es nicht wirklich. So stand ich auch gegen 12 wieder am Auto und machte mich ganz langsam auf in Richtung Deutschland. 

Da es aber noch über 9 Stunden Fahrt währen, teilte ich die Strecke auf zwei Tage auf. Ich wollte nur heute schon Lyon hinter mich bringen, da Lyon immer Stau und Stress bedeutet. Da ich aber nicht einfach nur durch fahren wollte, suchte ich mir auf der Strecke noch ein Einkaufszentrum raus. Denn es hatte leider angefangen zu regnen und dort konnte man sich wenigstens im trockenen die Beine vertreten. Meine Wahl fiel auf Auchan in Valence. Auchan ist neben Carrefour und Intermarché die größte Supermarktkette. In Spanien auch unter AlCampo bekannt. Neben dem riesigen Supermarkt, der neben Lebensmitteln auch Klamotten, Haushaltsartikel, Elektrogeräten und vieles mehr bietet, gibt es meistens davor noch weitere Geschäfte. In Valence zum Beispiel einen Pimkie, Bijou Brigitte und noch weitere Klamotten-, Schmuck- und Elektroläden. Dort verbrachte ich über 2 Stunden und fuhr dann die letzten 2 ein halb Stunden bis nach Saint-Croix, gute 130 Kilometer nördlich von Lyon. Ich kam dort gegen halb 9 an und war fix und fertig mit der Welt. Warum? Nun ja bereits vor Valence hat es wie aus Kübeln geregnet. Dann habe ich fast 45 Minuten gebraucht, nur um wieder aus Lyon rauszukommen, da es sich allgemein dort Staut und es dann noch 2 Unfälle gab, in der Rushhour, auf der fast meistbefahrenen Strecke Frankreichs, tolles Timing. So war diese Fahrt alles andere als entspannend. Trotzdem hatte ich die 460 Kilometer bewältigt, auch wenn ich weit aus über 6 Stunden dafür gebraucht hatte. Nun war ich nur noch 3 Stunden Fahrt von meinem ersten Wiedersehen entfernt. Mit großer Vorfreude und Nieselregen schlief ich nach diesem nervenaufreibenden Tag bereits gegen halb 11 ein.

Letzter Stopp Belfort

Am nächsten Tag fuhr ich direkt weiter bis nach Belfort, meinem letzten Stopp in Frankreich. Dort fuhr ich an den See um erst einmal in Ruhe zu frühstücken. Danach hatte ich noch gute 4 Stunden bevor ich in Freiburg sein musste. Davon gingen 1 Stunde 20 führ die Fahrt drauf, also noch knapp 2 ein halb Stunden, um die Stadt zu besichtigen. Also ging es durch das Stadttor auf in Richtung Marktplatz. Als ich so dort lang lief konnte ich es nicht fassen, dass ich hier gerade in Pulli, Jacke und Schal rum lief. Vor 4 Tagen lag ich doch noch am Strand. Irgendwie nicht so cool. Aber es half ja nichts, herzlich Willkommen im mitteleuropäischen Herbst. Ich muss sagen Belfort hat mir wirklich gut gefallen. Die kleine Stadt versprühte einen süßen Charme, der wahrscheinlich gerade zur Weihnachtszeit einen nur so verzaubert. Ich schlenderte ein wenig durch die fast leere Altstadt, bis ich mich dann auf zur berühmtesten Sehenswürdigkeit Belforts machte. Der "Lion de Bartholdi", oder auch Löwe von Belfort, ist mit einer Länge von 21,5 Metern Länge und 10,7 Metern Höhe zum Wahrzeichen der französischen Stadt Belfort geworden. Er liegt auf dem Hügel an der Zitadelle Belforts und erinnert an den Widerstand während der 103-tägige Belagerung im Deutsch-Französischen-Krieg vom 3. November 1870 bis 13. Februar 1871. Für einen Euro kommt man dort oben auch auf eine Aussichtsterasse, von der man einen tollen Blick auf Belfort und Umgebung bekommen kann. Man kann aber auch noch ein wenig weiter laufen, wie ich es getan hatte, und kommt dann zur Zitadelle. Diese wurde im 17 Jh. erbaut und zählt seit dem 23. Oktober 1907 als Monument historique.

Dort kommt man über den Innenhof hoch auf die große Terrasse, wo man einen 360-Grad Ausblick bekommt. Nach einer kurzen Umrundung besagter Terrasse, hieß es für mich auch schon wieder zurück ins Auto und "Au revoir la France". Jetzt wurde es ernst. Seit knapp 2 ein halb Monaten hatte ich nichts mehr vertrautes gesehen (gut bis auf La Rochelle), jeden Tag musste ich mich wieder mit neuem Auseinandersetzen und mich immer wieder aufs Neue zurecht finden. Aber als ich ca. eine halbe Stunde gefahren bin, kannte ich wieder alles. Die Strecke von Moulhouse bis Freiburg sind wir früher fast jeden Samstag gefahren, da es dort einen tollen Markt gibt. Und als dann plötzlich das Baden-Württemberg Schild einen Willkommen hieß, musste ich doch eine kleine Träne verdrücken. Ich hatte es wirklich geschafft. Einmal entlang der Westeuropäischen Küste. Alleine mit meinem Caddy. Und jetzt war alles vorbei. Gut, ein paar Tage hatte ich zwar noch, aber alles nun in vertrauter Umgebung. 

 

5 Tage in Baden-Würrtemberg

Mein erstes Wiedersehen war mit meinem längsten Freund, den ich bereits kannte, als ich noch nicht einmal laufen konnte. Und obwohl ich ihn über ein Jahr nicht gesehen hatte, war es sofort wie früher. Solche Freundschaften sind die, die wirklich im Leben zählen. Man muss nicht täglich schreiben, sich täglich sehen oder alles mit einander teilen. Wenn es drauf an kommt musst die Person für einen da sein und so war es schon immer bei uns der Fall. Daher freute ich mich meinen ersten Stopp hier einzulegen. Ich kam gegen halb 5 an und verließ seine Wohnung erst wieder gegen 22 Uhr. Man hatte doch einiges zu bereden und so verging die Zeit wie im Flug. Ich fuhr von ihm in die nächst größere Stadt, dem schönen Waldkirch. Dort gab es nämlich beim Stadtrainsee einen WoMo-Stellplatz, wo ich auch schon des Öfteren mit meinen Eltern geschlafen hatte. Es war schon ein wenig lustig nun hier alleine zu sein. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging nun mein erster Tag in Deutschland zu Ende. Am nächsten Tag hieß es dann auf zu meinem Papa. Gegen 10 Uhr fuhr ich zunächst zum Bäcker, um dann weiter nach Gutach im Breisgau zu fahren. Das Dorf, wo sich meine Kindheit abgespielt hatte. Und jetzt fahre ich hier wie selbstverständlich mit meinem eigenen Auto lang. Ich kann manchmal schon verstehen, wenn Eltern sagen, man wird viel zu schnell Erwachsen. Das sehe ich ja selbst an meinen Geschwistern, die ich dann nach dem Wiedersehen mit meinem Papa zusammen mit ihm aus dem Kindergarten abholte. Mit einem lauten "Mimiii" kam meine kleine Schwester auf mich zu gerannt. Und das sind die Momente, wo es sich doch gelohnt hat wieder zurück zu kommen. Nach einem gemütlichen Frühstück verbrachte ich den Nachmittag mit meinem Papa in Waldkirch, bevor ich mich dann am Abend noch mit meinen "Ersatzgroßeltern" zum Essen traf. Sie hatten ganz oft auf mich aufgepasst und nachdem ich sie auch wirklich lange nicht mehr gesehen hatte, war das Wiedersehen ein voller Erfolg und gefüllt mit allen Möglichen Erzählungen der letzten Jahren. Ich verabschiedete mich leider schon gegen halb 10, da ich morgen schon um 7 aufstehen musste. Denn ich hatte meine Rückkehr nach Freiburg so gelegt, dass ich meinen Papa zu seiner Schulterop fahren konnte. Nach mehreren Stunden war auch das für ihn überstanden und da er nun erstmal Ruhe brauchte, schnappte ich mir meine Geschwister und meine Stiefmama und wir fuhren nochmal in die Stadt zum Shoppen und Einkaufen. So gingen dann auch leider schon meine Tage hier unten zu Ende, denn Morgen ging es für mich weiter nach Heidelberg zu meinen Campingnachbarn aus San Vincente, die ich später auch noch einmal in den Picos getroffen hatte. So holte ich am Folgetag nur noch meine Geschwister aus dem Kindergarten ab, bevor es für mich 2 Stunden in Richtung Norden ging. Punkt halb 4 Stand ich auch schon auf dem Hof und wurde direkt wieder herzlichst Empfangen. Es gibt einfach Menschen auf dieser Welt, da passt einfach alles. Ich habe mich sofort wie Zuhause gefühlt und der süße Hund Lilly hat das ganze natürlich nur bestärkt. Sie hatten mir extra glutenfreies Brot und Kuchen gekauft, was wir uns direkt schmecken ließen. Dann schwelgten wir noch einmal in Urlaubsstimmung, denn wir schauten uns die Bilder von ihrem Spanienurlaub an. Da will man am liebsten direkt wieder ins Auto steigen und losfahren. Anschließend aßen wir noch gut zusammen und nach vielen Erzählungen und noch ein paar Bildern, ging es für mich auch schon ins Bett. Am nächsten Morgen frühstückten wir noch gemütlich zusammen, bis ich gegen 10 Uhr los fuhr, um mir vor meiner Weiterfahrt noch die Stadt Heidelberg anzuschauen. Ich hatte eine gute Zeit erwischt. Die ganzen Touristengruppen kamen erst gegen 12 sodass ich eine gute Stunde fast durchs leere Heidelberg lief. Die Altstadt ist wirklich so schön, wie alle immer sagen und so stand fest, dass das nicht mein letzter Besuch in dieser schönen Stadt sein sollte. Ich lief die Hauptstraße einmal auf und wieder ab, blickte vom Marktplatz hoch aufs Schloss und tauchte einmal in die Weihnachtsstimmung im Käthe Wolfahrtladen ein. Bei diesen Temperaturen eindeutig realistischer, als damals Mitte August in Brügge. Gegen 13 Uhr sahs ich aber auch schon wieder im Auto, denn um 14 Uhr wollte ich bei meiner Patentante in Heidelberg sein. 

Gesagt, getan stand ich wirklich auf den Schlag genau um 2 Uhr vor ihrer Hofeinfahrt. Mit frisch gebackenem Streuselkuchen verging der Nachmittag wie im Fluge. Es war wirklich schön alle mal wieder gesehen zu haben und über alles reden zu können, was in den letzten Monaten so passiert ist. Doch eine wichtige Person (bzw. 3) fehlte auf meiner Liste noch. So dass ich mich gegen halb 6 von Rüsselsheim auf nach Hause machte. Diesen Satz zu schreiben ist irgendwie schön. Natürlich war mein Caddy immer mein Zuhause, aber hier ist nun mal mein richtiges und da kam ich nach guten 90 Minuten auch endlich an. Meine Mutter wusste davon aber nichts. Ich wollte eigentlich erst am Sonntag zurück sein, aber nach Absprache mit meinem Stiefpapa überraschte ich sie bereits am Samstagabend und die Überraschung ist gelungen. es war schön wieder hier zu sein. Nach so langer Zeit endlich wieer Zuhause zu sein, war doch schöner, als gedacht. Den Abend verbrachten wir mit auspacken, reden, auspacken und nochmal reden, bis ich erschöpft gegen 24 Uhr ins Bett fiel.Doch ein Wiedersehen stand noch aus. Dort standen ja nämlich 3, die noch fehlten. Am nächsten Abend, hatte ich dann aber den letzten Namen abgehakt, denn ich sahs nun endlich wieder mit meinem besten Freund im Enchilada und redeten ber allen möglichen Mist. An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an ihn, aber auch an meine Eltern, dass ihr mir in jeder noch so aussichtslosen oder beschi**enen Situation während meiner Reise geholfen habt. Ihr wart zwar nie persönlich bei mir, aber ich wusste, dass ich immer auf euch zählen konnte. (Außer der Flugmodus stand uns im Weg:D). Nun war ich also wieder hier, im kalten Marburg, was jetzt doch noch fü einige Zeit mein Zuhause bleiben wird. Gut, zwischendurch wird es nochmal auf Reisen gehen, aber erstmal bleib ich hier und fange mal wieder an zu Arbeiten, denn Reisen kann man leier nicht mit Luft und Liebe. So, dass wars jetzt erstmal von mir. Es wird eventuell nächste Woche noch einmal ein kleines Resüme von der ganzen Reise geben, aber dann wird es wieder ruhiger hier. Danke, dass ihr diese Reise mit mir erlebt habt und ich hoffe bis bald.

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