3 Tage Göteborg

oder auch wie meine Schwedenreise endete

Nach knapp 2 Stunden kam ich an. Den Stellplatz den ich mir zuvor ausgesucht habe lag in dem etwa 25 Minuten entfernten Partille. 560 Kronen kosteten mich die 2 Nächte, doch ich hatte alles was ich brauchte. Wlan, Dusche, Toiletten und Strom. Also Kabel gelegt, Tisch und Stuhl aufgebaut und los ging es zur Bushaltestelle. Zu dem Zeitpunkt war noch alles gut. Ich nutze die Busfahrt, um meinen ersten Tag in Göteborg zu planen. Zu erst einmal sollte es zum Hauptbahnhof gehen, um mir dort einen Plan sowie ein 24 Stunden Ticket zu holen. Anschließend wollte ich dann mit Hilf des Stadtplanes mir eine Route zur Erkundung Göteborgs erstellen. Doch dieser Plan viel direkt wieder ins Wasser als ich besagtes Ticket kaufen wollte.


Ich kramte im meinem Rucksack um mein Portmonee zum Bezahlen rauszuholen und kramte und kramte,  aber da war kein Portmonee. Auch mein Brillenetui samt Brille (ich hatte meine Sonnenbrille auf) war wie vom Erdboden verschwunden. Völlig aufgelöst leerte ich meine Tasche, um nicht doch noch unter irgendeiner Sache mein verlorenes Gut zu finden. Aber vergeblich. Da stand ich nun. Mitten auf dem Vorplatz des Göteborgers Hauptbahnhofes, die Tränen liefen und die Angst und der Adrenalinpegel stiegen. Was nun? In meinem Portmonee war ALLES. Selbst die Karte für den Campingplatz, womit ich in 2 Tagen wieder rauskommen musste. Ich muss ehrlich gestehen ich hatte ein komplettes Black Out in dem Moment. Doch zum Glück wussten meine Eltern weiter. Zuerst noch einmal bei den  Busfahrern nachfragen. Ich lief also anstatt zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten zu irgendwelchen Busfahrern, ob sie irgendwas mitbekommen hatten. Erst der 4. machte endlich eine Durchsage an all seine Kollegen, sowie an die Zentrale. Er meinte wenn es gefunden werden würde, könne ich es morgen um 10 im Lost and Found Büro der Västtrafik abholen. Mehr könne er nicht tun. Lieb gemeint, aber wirklich beruhigt hat mich dies auch nicht.

Also wieder Elternhotline anrufen. Nächster Schritt ganz schnell Visakarte, sowie EC-Karte sperren lassen. Anschließend zur Polizei. Oh Gott, Kredit karte sperren ist ja das eine. 2 Klicks per App und die Sache hat sich. Aber alleine, im Ausland zur Polizei ist das andere. Gut irgendwie bekomme ich das schon hin. Also schnell in Google Maps eingegeben und los ging es. Knapp 30 Minuten später stand ich vor einem schwedischen Beamten, der nur zu mir meinte "Take a seat and wait. I will call you straight away." Sein tolles "Straight away" dauerte ganze 80 Minuten. Dann erst wurde ich ins Büro eines anderen Beamten aufgerufen, welcher meine daten, sowie eine Beschreibung meines Portmonee aufnahm. Das wars. Genau so schlau stand ich nun also wieder draußen, ohne Geld und mein Akku war natürlich auch schon fast leer. Es war bereits 16:20 Uhr und Das einzige was ich bereits von Göteborg gesehen habe, waren die Bushaltestellen, der Bahnhof und die Polizeistation. Und trotzdem bin ich fertig wie sonst was. Super Tag würde ich sagen. Ich beschloss mit dem nächsten Bus wieder zurück zu fahren. Das einzige Glück welches ist das diesem Tag hatte war, dass niemand die Tickets zu kontrollieren scheint. Denn ich hatte noch nicht einmal mehr Geld für den Bus.

Als ich endlich am Stellplatz ankam war es bereits 17:30. Dank netten Nachbarn konnte ich dann auch endlich mal auf die Toilette, da diese nur mit der Karte zu öffnen ist. Und wie bereits oben erwähnt ist diese Karte in meinem Portmonee. Anschließend machte ich mich dann ans Kochen, da ich bis dahin noch nichts gegessen hatte, denn ohne Portmonee kein Geld und ohne Geld kein Essen. Den Abend verbrachte ich damit, mir Gedanken zu machen, wie es nun weiter geht, sowie Lesen, da ich dazu noch nicht wirklich die Zeit gefunden hatte.

Nach einer doch einigermaßen guten Nacht rief ich um 9 direkt beim Fundbüro an, ob sie denn etwas von einem Portmonee wüsste. Und siehe da die erste gute Nachricht seit langem. Es ist gefunden worden. Die 90 Euro Bargeld sind zwar weg, aber ALLE Karten sind noch da. Selbst die H und M Gutscheine. Warum mir ausgerechnet dies mitgeteilt wurde bleibt mir ein Rätsel aber nun gut. So machte ich mich nach einem gemütlichen Frühstück viel besser gelaunt zur Bushaltestelle um erneut in die Stadt zu fahren. Mit meinem Portmonee in der Hand und meiner Brille auf der Nase ging es nun zunächst einmal Geldwechseln, da ich noch einiges an deutschem Bargeld im Caddy hatte. Den ich beschloss den Tag doch noch zu nutzen und das Beste rauszuholen. Nun zwar Low-Budget aber immerhin. Mit nun schwedischen Kronen ausgestattet begab ich mich auf Sightseeing-Tour natürlich zu Fuß, da ein HOPP-ON-HOPP-OFF Bus nicht wirklich mehr in meinem Budget lag.

Ich startete am Garden Society of Gothenburg mit dem beinhalteten Palmhustet. Wer pflanzen und die Ruhe liebt ist hier genau richtig. Als ich am anderen Ende rauskam schlenderte ich am Göta älv entlang. Der Fluss der die Seiten Göteburgs trennt. Irgendwann bog ich ab und landete bei der Domkyrkan. Der Dom wurde bereits im 16 Jahrhundert erbaut und gehört somit zu den ältesten Gebäuden Göteborgs. Von dort ging es weiter zum Platz Brunnsparken. Dabei kam ich unteranderem an den Saluhallen (Markthalle) und der Universität vorbei. Auf dem Platz steht die große Statur des Gustav II. Adolf, König von Schweden während den Jahren 1611 bis 1632. Weiter ging es nun zum Hafen mit Umwegen zum Kronhuset und Kronhusbodarna. Bis heute weiß ich nicht so wirklich was es ist. Laut Internet wurde es im 16. und 17. Jahrhundert zur schwedischen Artillerie genutzt. Heute befindet sich in dem kleinen Innenhof Läden wie von früher: Die Glashütte, eine  Lederwerkstatt, einSchokoladen- und Bonbonverkauf aus eigener Herstellung sowie ein Uhrmacher und ein Töpfer. Außerdem befindet sich direkt vor dem Kronhuset  ein Cafe. 


Schon beim Heraustreten aus dem Hof konnte ich den Hafen erblicken. Nun gut noch nicht wirklich den richtigen Hafen aber zumindestens schon einmal den Fluss und das große Casino Cosmopol, welches direkt am Wasser liegt. Es ist eines von vier staatlichen Casinos in Schweden und befindet sich im alten Zollhaus am Packhuskajen. Weiter am Ufer entlang, kommt man zur Oper. Dort machte ich es mir auf einer Bank gemütlich um bei freien Wlan und einer Kanelbulle mir ein paar Infos über Göteborg zu holen. Als ein wichtiges must-dos in Göteburg ist der "Lippenstift". Richtig heißt dieses Gebäude Skanskaskrapan welches ein  22-stöckiges, 86 Meter hohes, rotweißgestreiftes Hochhaus ist und im Gasthafen Lilla Bommen liegt. Dort soll es ganz oben eine Aussichtsplattform geben, über die man ganz Göteborg sehen kann. Also los gehts zum Läppstiftet. Nur leider stand im Internet nichts von dem Eintrittspreis. Ich hatte zwar noch 40 Kronen nur leider konnte man hier nur mit Visa-Karte bezahlen und diese ist ja leider gesperrt. Doch nach dem ich meine Situation der jungen Studentin schilderte, ließ sie mich sogar umsonst nach oben. Und das was man oben sah war unglaublich. Seht es euch einfach selbst an.

 

 

Nach dem ich nun ein wenig mehr Orientierung hatte, begab ich mich wieder nach Unten, um zu meinem nächsten Anhaltspunkt zu laufen. Der Innenstadt. Und zwar den süßen kleinen Nebenstraßen. Dort ging ich von Laden zu Laden und schaute mich einfach ein wenig um, bis ich irgendwann wieder am Hafen stand. Keine Ahnung wie ich das angestellt hatte, aber es hat sich gelohnt. Ich nutze die Planänderung, um in das riesen Einkaufszentrum Nordstan zu gehen. Und mit riesig meine ich wirklich riesig. 180 Geschäften in 9 zusammenhängenden Gebäuden. Insgesamt dauerte es 1:30Std. bis ich wieder draußen war. Mein geringes Budget erklärt die noch recht kurze Aufenthaltszeit. Bevor ich wieder zum Stellplatz fuhr, suchte ich noch ein Kaffee auf. Das Espresso House ist so etwas wie Starbucks. Und natürlich gab es auch dort ein glutenfreies Angebot. Nach dieser Stärkung machte ihc mich mit dem Bus 513 zurück nach Partille. bevor ich mich aber wirklich zu meinem Caddy begab, ging ich zuvor noch spontan eine Runde im naheliegenden Badesee schwimmen.

Am Stellplatz letztendlich angekommen ging ich nur noch duschen und kuschelte mich dann in meine tolle Ärmeldecke um unter anderem die Fähre für den nächsten Tag nach Grenaa zu buchen und um zu schauen was ich an meinem letzten Tag in Schweden noch so machen kann. Es ist schade, dass es nun so gekommen ist, aber ich habe die Zeit in Göteborg auf jeden Fall noch gut genutzt und auch mein nächster und letzter Tag war in meinen Augen ein voller Erfolg. Doch dazu mehr im nächsten Post.