Weiter geht es nach Malmö


Über die Öresundbrücke ging es am 20.6.2018 nach Malmö.
Mein erster Stopp in Schweden. Wie auch schon in Kopenhagen hatte ich mir noch nicht wirklich Gedanken über den Tag gemacht. Daher erstmal auf Parkplatzsuche gehen. Nach dem ich mit der Kreditkarte (Schweden bezahlen so gut wie alles nur mit der Visa-Card) für umgerechnet 6 Euro einen Parkplatz für 3 Stunden gefunden habe, ging es ab in die City.

Nach knapp 5 Minuten erwartete mich die erste Sehenswürdigkeit in Malmö. Der gr0ße Marktplatz Stortorget liegt im Centrum der Stadt und ist bekannt für das Reiterdenkmal des Königs Karl X, sowie für die älteste Apotheke Malmös(1571) der Apoteket Lejonet. Von dort ging es weiter Richtung Hafen und Bahnhof. Auf dem Weg dorthin kommt man durch viele süßen kleinen Gassen, die mich sehr an die Oberstadt in Marburg erinnerten. Natürlich sind in diesen Gassen auch Geschäfte platziert, sodass ich ein wenig verspätet am Hafen ankam und nicht in den 10 Minuten, wie Google Maps es vorhersagte. Am Hafen angekommen ging es erst einmal in den nahe liegenden Bahnhof um eine Toilette ausfindig zu machen. 1 Euro leichter und mit ein paar Malmö Tipps mehr ging es in den Bahnhofssupermarkt, um zu schauen, ob es wirklich so ein Zöli-Paradies ist, wie alle immer sagen. Für die, die es immer noch nicht wissen. Zöli = Zöliakie = Glutenunverträglichkeit. Seit September 2017 muss ich mich gluten- und laktosefrei ernähren und daher wurde Schweden auch als Reiseziel auserkoren. Nun ja zurück zum Thema. Gesagt, getan ging es in den Supermarkt und ich staunte nicht schlecht, dass selbst ein Mini-Markt solch eine Auswahl hat. Da ich wusste, dass Pepparkakor (sowas wie Spekulatius) ein schwedisches Muss sind, also habe ich mich für diese entschieden in der Hoffnung, dass sie auch in glutenfrei schmecken. Und siehe da, die besten Spekulatius in meinem Leben. Gut gestärkt ging es weiter Richtung Malmöhus.

Ehrlich gesagt hatte ich wie so oft keine Ahnung was das ist, ich hatte nur die Schilder dafür gesehen und dachte ach läufst du mal dahin. Das es letztendlich knapp 3 Kilometer waren hätte ich besser vorher gewusst, aber der Weg hatte sich gelohnt. Es stellte sich heraus, dass das Malmöhus das Schloss ist, Darin befand sich neben der "normalen" Schlossausstellung auch ein Naturkundemuseum, in dem man unter 19 Jahren kostenlos rein kommt. Da Gratis sich immer gut anhört ging es also in das Naturkundemuseum. Neben ausgestopften Tieren und Infos über Malmö, durch ging man eine Art Zeitspanne. Diese endete in einem Aquarium. Dafür dass es umsonst war, hat es sich echt gelohnt. Gerade für Kinder gab es viel zum Mitmachen, was ich persönlich immer schön finde, als wenn man nur Stur auf irgendwelche Infotafeln schauen muss. Nach dem ich alles durch hatte, musste ich leider feststellen, dass ich nur noch knapp 45 Minuten hatte, bevor mein Ticket abläuft. Daher ging es nun etwas schneller zurück zum Auto. Was ich nicht wusste war, dass mein Auto nur knapp 10 Minuten von dem Schloss entfernt lag. So hatte ich also noch eine gute halbe Stunde, um nochmal mich zu informieren und umzuschauen, was ich mir die nächsten Tage noch anschauen muss. Die letzten 5 Minuten verbrachte ich mit dem zum Glück Kostenlosen Wlan von Burger Kind damit, einen Stellplatz für die Nacht zu finden. In Malmö gibt es keinen Kostenlosen, dafür aber einen mit Strom, Wlan, Duschen und Toiletten. Das waren mir die 200SEK bzw 20 Euro wert.

Dort angekommen fand ich zum Glück gerade noch so einen Parkplatz und baute dann in Ruhe alles auf. Das schöne an Stellplätzen ist, dass du nie alleine bist und immer jemanden um Hilfe fragen kannst. So  konnte ich z.B mein Stromkabel in die Mehrfachsteckdose meiner Nachbarn stecken, da mein Stromkabel leider nicht bis zum Verteiler reichte. Dann ging es erst einmal zum Jachthafen und ans Meer. Wie schon im Artikel über meine erste Nacht in Puttgarden, konnte ich auch hier Ewigkeiten nur stehen und "starren". Doch irgendwann wurde es dann doch ein wenig zu kalt und so machte ich mich zurück zu meinem Caddy, um das erste Mal zu kochen. Ich war zuvor in einem etwas größeren Supermarkt um meine geliebten Köttbullar ( ausgesprochen Schöttbullar) zu ergattern. Diese gab es dann mit frischen glutenfreien Tagliatelle und Tomaten. Anschließend machte ich mich an meinen Blogeintrag über Kopenhagen und Puttgarden, bis es auf einmal schon halb 11 war und es drausen doch ein wenig frisch wurde. So ging dann auch mein erster Tag in Schweden zu Ende.

Am 2. Tag war mein erster Gang zum Hafenbüro, um nach einer Karte zu fragen. außerdem erkundigte ich mich wie teuer es denn wäre ein Fahrrad auszuleihen. Da dies ein Familien betrieb ist und so auch die Leute drauf waren, hatte ich mich erst einmal mit ihnen über Gott und die Welt, sowie meine Reise unterhalten. Das gute an Schweden ist, dass fast jeder hier gutes Englisch sprechen kann und somit gibt es fast keine Sprachbarrieren. Nach dem ich nun fast alles über deren Leben wusste, fragte ich erneut, ob ich denn ein Fahrrad haben könnte. Ich rechnete mit ca. 10 Euro. Doch es stellte sich heraus, dass ich gerade einmal 3 Euro zu bezahlen habe und rein theoretisch das Fahrrad bis Montag haben könnte. Also wurde das Fahrrad gemietet und nach einem schnellen Frühstück ging es dann erneut in die Stadt. Das tolle ist, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, dass man immer neue Dinge sehen kann. Der neu ausgebaute Fahrradweg ging direkt am Strand entlang, sodass ich auch gleich 2 weitere haken an meine Malmö-TO-DO liste setzen konnte. Einmal der Urban-Beach, das ist ein Stück Strand an dem es verschiedenste Sachen gibt. Von einer Hängematten-Lounge, über einem Trampolinpark, bis hin zu verschiedensten essensangeboten und Aktivitäten. An diesem Tag war es leider zu kalt um dort zu verweilen, also ging es weiter zum nächsten halt. Dem Meerwasser-Badehaus am Ribersborgstrand. Eine Holzofen-Sauna in der man noch getrennt Baden geht. Ein wenig zu vergleichen mit den früheren Römerbädern. Danach ging es dann weiter zur nächsten Attraktion, wenn nicht vielleicht DIE Attraktion von Malmö, zumindest laut Reiseführer.

. Ich spreche vom Turning Torso. Ein riesiges Gebäude im alten Westhafen. Er soll vor allem dazu dienen das alte Werft- und Industriegelände in einen modernen Stadtteil zu verwandeln. Insgesamt ist das Gebäude 190 Meter hoch und ist somit Schwedens höchstes Gebäude. Darin befinden sich Wohnungen und Büros. Jedoch mehr ist es auch nicht. Die Torsogallery hat noch nicht geöffnet und ins Gebäude darf man auch nur an 2 bestimmten Tagen im Jahr. Ein wenig ernüchtert für ich weiter und erhoffte mir ein wenig mehr von meinem nächsten Stopp, der St. Petri Kirche. Doch irgendwie sollte es heute nicht mein Tag sein, denn diese Kirche wird gerade renoviert. Doch immerhin gab es ein aufgebautes Zelt in dem man sich eine Infobroschüre mitnehmen konnte und statt eine Kerze anzuzünden, konnte man sich ein buntes Band nehmen und als Zeichen an das Zelt binden. Dort setze ich mich ein paar Minuten hin um meinen nächsten Stopp zu planen, da es dort wieder Wlan gab. Als nächstes ging es auf den Platz Lilla Torg der bekannt ist für seine Bars und Kaffees. Wirklich schön anzusehen aber nicht wirklich in meinem Budget, daher ging es schnell weiter in die Einkaufstraßen. Dort schlenderte ich von Laden zu Laden und fand auch wieder eine kostenlose Toilette in einem kleinen Einkaufsszentrum. Zurück am Fahrrad angekommen entschied ich mich in einen weiteren Teil von Malmö zu fahren, der für seine verschiedenen Kulturellenprägungen bekannt ist.

In Möllevangstorget angekommen ging zunächst einmal Geldwechseln. Ich weiß nicht wirklich was ich da für Geld bekommen haben, da in diesem Laden interessante Dinge über die Dinge gingen, aber der Wechselkurs war an diesem tag genial, daher kümmerte es mich recht wenig. Mit diesem Geld kaufe ich mir auf dem Markt ein Viertel Wassermelone für gerade einmal 95cent. Gratis dazu bekam ich eine lustige Erzählung über den Platz und was hier alles anscheinend so abginge. Die Uhr hatte ich die ganze Zeit über nicht wirklich auf dem Schirm und so war es bereits 14 Uhr. Da ich noch zu einer glutenfreien Bäckerei "Glutenfritt i Malmö" wollte und diese bereits um 15 Uhr schloss, ging ich zügig zu meinem Fahrrad zurück und sputete mich, da ich noch 6 Kilometer vor mir hatte. Dort angekommen durfte ich erst einmal eine deutsche Bedienungsanleitung von einem VW für einen Schweden übersetzen, dessen Zigarettenanzünder nicht mehr funktionierte. Knappe 10 Minuten hatte ich mich mit dem Mann und der Ladenbesitzerin unterhalten. Schon jetzt kann ich behaupten, dass die Schweden so viel offener und herzlicher sind, als wir Deutschen. Es wird sich einen Dreck darum geschärt, ob das jetzt so geht oder nicht, sondern es wird einfach gemacht. Sei es nun jemanden auf der Straße um Hilfe zu fragen, oder Mittags um 12 den Rasen zu mähen. (Auf dem Dorf ein NO-GO!). Nach dem der Mann dann zufrieden den Laden verlassen hatte, musste ich leider feststellen, dass es nichts mehr Frisches in der Bäckerei zu kaufen gibt, da morgen Midsommar ist. Doch ich gab mich auf mit den Tiefgefrorenen Zimtschnecken zufrieden. Damit ging es dann wieder zurück zum Stellplatz, wo ich mich entscheid noch eine Nacht hier zu verbringen. Also erneut zum Automaten, VisaKarte rein und fertig. Zuvor war ich noch einmal am Hafenbüro um zu fragen, wo man hier am besten Midsommar feiern kann.

Zurück am Auto wurden dann direkt die frisch erworbenen Zimtschnecken getestet. Kurz im Topf aufgewärmt und aufgetaut schmeckten sie himmlisch. Dazu noch einen Kaffee und ich war glücklich. Inzwischen war es 16 Uhr und ich wusste nicht wirklich was ich noch machen sollte. Also entschied ich mich dazu erst noch einmal runter zum Strand zu gehen und anschließend meinen Blogbericht fertig zustellen. Danach stattete ich den Duschanlagen einen Besuch ab bevor ich mich wieder an Kochen machte. Selbes Gericht wie gestern nur dieses Mal noch mit einer Paprika von Zuhause , die wahrscheinlich den nächsten Tag nicht mehr überstanden hätte. Jetzt war es bereits 20:30 aber schlafen konnte ich ja noch nicht und da ich ja so tolle Freunde habe, skypte ich noch ein wenig mit ihnen, damit man doch nicht so alleine ist. Kurz vorm schlafen gehen entschied ich mich dann doch einmal dazu die nächsten Tage ein wenig geplanter zu starten und sahs ich bis halb eins am Handy und Laptop und Stellplätze und Routen zu finden, damit ich an diesem Abend ein wenig beruhigter ein schlafen konnte.

Ein paar Eindrücke von Malmö

Nächster Tag, der 22.6.18, war Midsommaravent. Und wie dieser Tag endete erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Nur so viel schon mal. Ich hatte eine sehr nette Begegnung mit einer schwedischen Familie, die mich herzlich zu sich einlud.